Archiv für Mai 2009

Strache will Russland als EU-Mitglied sehen!

Nachzulesen hier.

Und jetzt rätseln natürllich alle und fragen sich: Wieso will denn der Strache die Türken nicht, aber die Russen schon? Dabei ist die Löung doch ganz einfach: Der Strache mag die Russen im Prinzip genauso wenig wie die Türken, aber er braucht sie für seinen Wahlerfolg, wenn er irgendwann einmal Kanzler werden will. Der Strache will nämlich Österreich ganz gezielt mit Russenmafiosi überschwemmen, damit wir Österreicher alle Angst kriegen, und ihm, der uns ja nur vor den bösen bösen Ausländern beschützen will, bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit geben. Ist doch logisch, oder?

 

(Und natürlich wäre es ein angenehmer Nebeneffekt, wenn jederzeit ein russiischer Killer greifbar wäre, um etwaige kritische Journalisten verschwinden zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Armin Wolf sollte sich schon einmal nach einem Bodyguard umsehen…)

Vergewaltigung bleibt in Österreich meist straffrei!

Ganz ehrlich, diese Zahlen machen mich sprachlos. Nur eine von 10 Vergewaltigungen wird angezeigt? Und bei denen kommt es nur bei 17% zu einer Verurteilung? Na halleluja, ich hätte nicht gedacht, dass wir als Gesellschaft da noch so viel Aufholbedarf haben….

Kommentatorenlegende Sigi Bergmann über Doping im Spitzensport

Sigi Bergmann, der für den ORF mehr als ein Dutzend olympischer Spiele moderiert hat, über Doping im Spitzensport:

„Spitzensport ist grundsätzlich einfach gefährlich und absolut nicht gesund. Meine Meinung zum Thema Doping ist: Ich bin ein absoluter Gegner, denke aber, dass das notwendig ist, um zu gewinnen – und das ist einfach nur traurig. Da sind wir Sportjournalisten enorm schuld, weil wir immer weitere Steigerungen verlangen. Daher sind wir sicher mitbeteiligt.

Und als quasi pensionierter Sportreporter traue ich mir auch zu sagen: Ich glaube, die Helden von Peking waren alle gedopt und die Chinesen haben die brutalen Kontrollen unterdrückt. Ich glaube, das an der Kinnform eines Michael Phelps ablesen zu können.

Oder der 100-Meter-Lauf von Usain Bolt, bei dem er vorne weggelaufen ist und links geschaut hat, rechts geschaut hat und dabei Weltrekord erzielte. Ich kann es nicht glauben. Und auch bei Matthias Steiner im Schwergewicht – ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Ich weiß, dass es da Untersuchungen gibt und das wird alles noch einmal aufkommen.“

Quelle

 

Leider muss ich sagen: Ich glaube ihm jedes Wort. Spätestens seit den Skandalen im Radsport ist bei mir jegliche Hoffnung auf einen sauberen Spitzensport sowieso dahin. Wieso solte es bei den anderen Sportarten auch anders sein? Jedenfalls waren das mal erfrischend klare Worte von Bergmann.

ÖH-Wahl: AG bleibt stärkste Fraktion

Auch wenn die Wahlbeteiligung mal wieder niederschmetternd war (nur 25% ? Leute, ganz ehrlich, das ist zum Schämen!), scheinen doch genug StudentInnen eine Stimme abgegeben zu haben, damit halbwegs ein Ergebnis bei der ÖH-Wahl rausgekommen ist. Die der ÖVP nahestehende AktionsGemeinschaft bleibt die stärkste Fraktion, die Fachschaftslisten werden wohl Platz 2 erobern. Das ist auch gut so, denn während die anderen immer große Weltpolitik spielen wollten, hat die AG sich um den Service für die Studenten gekümmert und auch die Fachschaftslisten werden das allem Anschein nach so halten. Versteht mich nicht falsch, Statements zum politischen Geschehen abzugeben ist auch wichtig, aber von einer Studierendenvertretung erwarte ich, dass sie mich, den Studenten mit seinen Uni-Problemen, in den Vordergrund stellt und nichts anderes. Von daher gefällt mir das Ergebnis wirklich sehr gut.

Die neue Respektlosigkeit

Wenn ich mir die politischen Debatten der letzten Wochen vor dem EU-Wahlkampf so anschaue, dann muss ich folgendes feststellen: In der Politik macht sich schön langsam eine Art von Respektlosigkeit gleich, die mir absolut nicht gefällt. Ein gutes Beispiel dafür ist ja der Streit zwischen dem dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant. Graf hatte Muzicant ja vor einiger Zeit als „Ziehvater des Linksterrorismus“ bezeichnet, weil Muzicant H.C. Strache, auch nicht sehr charmant, mit dem Propagandaminister des dritten Reiches, Joseph Goebbels, verglichen hatte.

Wenn man sich die Wahlkampfplakate anschait und manche Wahlkampfreden anhört (und zwar nicht nur die der FPÖ), dann fällt einem auf, dass die Parteien (bis auf die Grünen – die schlagen ja wie üblich gleich ins andere Extrem um) mit Immigranten jetzt wohl generell unfreundlicher umspringen. Das liegt wohl auch daran, dass die beiden Großparteien glauben, man könne nur mit bedingungsloser Anbiederung an den rechten Rand verhindern, dass man Stimmen an FPÖ und BZÖ verliert, schließlich hat diese Taktik ja früher auch schon so gut funktioniert (Achtung Ironie).

Generell kann man feststellen, dass statt politischer Argumente immer öfter von allen Seiten Beleidigungen der Konkurrenz kommen. Und das beunruhigt mich.

Stellt euch vor, es ist Wahl und keiner geht hin

Bei der Wahl zur ÖH (Österreichische Hochschülerschaft) gab es mal wieder eine erschreckend niedrige Wahlbeteiligung. Dabei frage ich ich (mal wieder), was man denn alles tun könnte, um die österreichischen Studenten zum Wählen zu bewegen. Vielleicht sollten wir ja gleich jeder Studentin/jedem Studenten 100€ in die Hand drücken, damit er sich mit den Wahlzetteln in die Kabine verdrückt um sein Kreuz zu machen. Vielleicht könnte man jedem Medizin- und Jusstudenten einen garantierten Sitzplatz in den jeweiligen Vorlesungssälen versprechen, damit sie zur Abstimmung gehen (nö, so überfüllt wie die Hörsäle dort sind, wäre da selbst das mit dem Hunderter realistischer).  Oder vielleicht sollte man die StudentInnen bei der nächsten Prüfung in einem Kinosaal so lange mit TV-Wahlwerbespots bombardieren, bis sie den Verstand verlieren und entnervt aufgeben.

Mal ernsthaft: Die niedrige Wahlbeteiligung resultiert daraus, dass es die meisten StudentInnen schlicht und ergreifend einen Scheißdreck interessiert, wer sie vertritt. Dass das der Hauptgrund dafür ist, dass die ÖH bei sämtlichen Fragen der Bildungspolitik vornehm ausgedrückt als Federgewicht bezeichnet werden kann und maximal als Spielball der Politik brauchbar ist, daran denkt mal wieder keiner. Schließlich ist man ja nach ein paar Jahren eh wieder draußen und was danach kommt, ist uns doch wurscht, oder? Dass das eventuell mal den eigenen Kindern auf den Kopf fällt – who cares? Und das soll die zukünftige Elite unseres Landes sein? Na vielen Dank! Damit meine ich übrigens nicht diejenigen, die sich diesen Job tatsächlich antun. Im Gegenteil, dass es noch Leute gibt, die sich diesen undankbaren Job tatsächlich noch antun, finde ich sehr bewundernswert. Ihnen gebührt echter Respekt. Nur: Vor der Wahl anzukündigen, dass man später eventuell das Ergebnis anfechten will, ist ehrlich gesagt kein kluger Schachzug.

Keine Konsequenzen für Graf

War ja klar, dass unser dritter Nationalratspräsident den Präsidenten der Israelitische Kultusgemeinde einen „Ziehvater des Linksterrorismus“ nennen darf, ohne deshalb aus dem Parlament zu fliegen, oder? Nein? Ihr habt euch Konsequenzen erwartet? Ihr kennt euch nicht gut aus in Österreich, oder? Denn hier ist der Antisemitismus schon so tieft verankert, dass ein Fehlen desselben sehr viel eher auffallen würde.

Außerdem: Wen wunderts, dass so eine Aussage von einem Parteimitglied der FPÖ kommt? Mich jedenfalls nicht.

Es wird auf jeden Fall Zeit, dass die Leute sich endlich dazu aufrappeln, den Antisemiten die Stirn zu bieten. „The line must be drawn here!“ sagte schon Picard in Star Trek: First Contact.

Ich will den Cup der Landesmeister zurück!

Gestern habe ich mir im Fernsehen das Finale der UEFA Champions League angesehen. Das Spiel an und für sich war gut, nur Manchester United hat mich doch ein wenig enttäuscht. Dennoch ist die Champions League in den letzten Jahren kontinuierlich langweiliger geworden. Ich habe mir Gedanken gemacht, woran das liegen könnte und bin zu dem Schluss gekommen, dass es vor allem daran liegt, dass es zu keinerlei Überraschungen mehr kommt. Es gewinnen nur noch die Favoriten und es sind immer englische Mannschaften bei der Entscheidung mit dabei. Wenn ich Spiele wie Chelsea gegen ManU sehen will, dann schaue ich mir die Premier League an, nicht den Europacup.

Dabei wäre die Lösung meiner Meinung nach genauso einfach in der Theorie, wie sie in der Praxis schwierig durchzusetzen wäre: Weg mit der Champions League und wieder her mit alten Cup der Landesmeister! Erstens wäre so sichergestellt, dass daran wirklich nur die Meister (und eventuell die Zweitplatzierten der besten Fußballnationen) teilnehmen (auch so ein Grundübel: Wieso heißt etwas Champions League, wenn e fast jeder daran teilnehmen darf?) und zweitens würde es, wenn es wieder für alle Vereinen von Anfang an im KO-System um alles oder nichts geht, sehr viel turbulenter zugehen (welcher österreichische Fußballnostalgiker erinnert sich nicht an das legendäre 7:0 des Wiener Sportklubs gegen Juventus Turin?). Es gab ja damals genug Vereine, die praktisch von einem Ruf als Riesentöter im Cup der Meister gelebt haben, weil sie so auch für die Sponsoren interessanter wurden (Nottingham Forest fällt mir da ein).

So, genug geträumt. Natürlich ist mir klar, dass die großen Vereine nie und nimmer zulassen würden, dass man die Champions League abschafft, denn für sie ist sie viel zu lukrativ und außerdem ist es doch viel schöner, wenn man immer nur gegeneinander spielt und sich nicht mit sowas blödem wie kleinen Vereinen herumärgern muss (insbesondere wenn die auch noch gewinnen wollen). Dennoch hoffe ich, dass dieses ganze Champions League-Gedöns irgendwann den Bach runtergeht.

 

Und wenn wir schon dabei sind: Gebt mir den Cup der Cupsieger zurück!

Calabrese – Voices of the Dead

Wer die hier schwer zitierten Filme erkennt, darf sich 10 Gummipunkte ans Revers heften!

The Rosedales – „It’s Midnight“

 

Vielleicht kommen heute noch mehr Videos, aber jetzt ist erstmal Pause.

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