Sie stehen bei Wind und Wetter auf der Straße, um ihre Zeitung zu verkaufen. Im besten Fall werden sie (von dem Glücksfall abgesehen, wenn ihnen die Leute was abkaufen) von den vorbeiziehenden Massen ignoriert, im schlechtesten werden sie von ihnen wildfremden Menschen angepböelt, sich doch endlich „richtige Arbeit“ zu suchen: Die Verkäufer der Obdachlosenzeitungen (in Wien ist es der Augustin und in Linz die Kupfermuckn, wie sie anderswo heißen weiß ich nicht).

Ich möchte den Leuten, die sich immer wieder über diese ach so arbeitsscheuen Verkäufer aufregen einmal folgendes ins Stammbuch schreiben: Wenn ihr glaubt, dass das so leicht wäre, dann stellt euch doch einmal für vierzehn Tage im November an Straßenecke und versucht, nur vom Verkauf des Augustin zu leben, nur um euch dabei von jedem dahergerannten Klugscheißer schräg von der Seite anquatschen zu lassen. Ich trau mich wetten, dass spätestens ab Tag 2 90% von euch zu jammern beginnen, dass es doch so bitterkalt und diese niedere Arbeit ohnehin unter ihrem Niveau wäre (und ich würde auch meine Hand dafür ins Feuer legen, dass mindestens 2 Drittel der Leute daraus gar nichts lernen und bei nächster Gelegenheit wieder lospöbeln würde).

 

 

(Eigentlich sollte dieser Artikel ja ein weiterer Absatz hier werden, aber ich hab mir dann gedacht, ich mache doch etwas Eigenes daraus)