Archiv für Oktober 2009

Zu den Uni-Protesten in Österreich

Die Proteste an den österreichischen Universitäten waren meiner Meinung nach schon lange überfällig. Man kann von den Studierenden nicht erwarten, dass sie die ständig schlechter werdenden Bedingungen immer weiter schlucken und so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Die dämliche Regelung mit den Studiengebühren (die dafür gesorgt hat, dass jetzt so weit ich weiß der bürokratische Aufwand mehr Geld frisst, als die Uni damit einnimmt), die Einführung von Bachelor- und Masterstudien, die sich dadurch, dass das Bachelorstudium komplett wertlos ist, selbst ad absurdum führen, ein akuter Mangel an ProfessorInnen, der dazu führt, dass sich erstens die Lehrenden aufreiben müssen und zweitens die Studierenden ihr Studium (wegen beschränkter Teilnehmerzahlen bei den wenigen Veranstaltungen) nicht in dem Tempo abschließen können, dass sie gerne hätten (und hinterher heissts dann „faule StundetInnen!!“, gell?), chronischer Geldmangel an allen Ecken und Enden und  – last but not least – dass immer noch sehr wenige Frauen an der Universität leitende Positionen inne haben, musste doch irgendwann zu einer (völlig berechtigten) Explosion führen.

Die Debatte ÜBER die Proteste läuft übrigens auch sehr österreichisch ab. In den Internetforen gibt es für jeden, der für die Studierenden Verständnis zeigt, mindestens einen, der irgendwas von faulen SutdentInnen, denen man „Die Wadln nach vorne richten!!!“ (also auf gut deutsch: „Den Marsch blasen!“) muss und am besten gleich die Heizung im Audimax abdrehen soll. Dass diese Beiträge vor Neid meistens nur so triefen ist ebenso klar, wie die Tatsache, dass diese Leute andere dafür bestrafen wollen, dass sie selbst im Leben zu kurz gekommen sind. Die kommentierende Berichterstattung mancher Journalisten ist aber auch nicht viel besser. So ergeht sich die der Herr Witzmann von der Presse in seinem undifferenziertem Geschwafel darüber, dass die Studierenden seiner Meinung nach erstens nicht arbeiten wollen und zweitens die falschen Fächer studieren. Das geht so weit am Thema vorbei, dass mir mein Deutschlehrer dafür ein glattes „Nicht Genügend!“ wegen einer Themenverfehlung gegeben hätte. Das Problem dabei ist nur: Sie (die kommentierenden Journalisten) werden dabei bei vielen Leuten durchkommen: Den Neidhammeln, den Zukurzkommern, den Jugendhassern, kurz: bei all jenen die lieber im metternichschen-klerikalen-postnazistischen Sumpf blanker Distinktionsdünkel den Forschenden gegenüber (siehe den interessanten Artikel von Martin Blumenau) stecken bleiben, als sich einmal Gedanken um mehr als nur sich selbst zu machen.

Es freut mich jedenfalls, dass die Proteste sich ausweiten und in jeder – mit Ausnahme der Montanuni Leoben – Univeristät Österreichs bereits ein Hörsaal, eine Aula oder was auch immer besetzt wurde, dass die ÖGB sich solidarisch zeigt und die SchülerInnenvertretung, genauso wie offenbar auch die Metaller, zu gemeinsamen Aktionen bereit ist. Vielleicht kann man so etwas erreichen und die Leute zum Zuhören zwingen.

Ustream Unsereuni

Falls es jemand auf der Demo gestern nicht mitbekommen hat: Der Livestream aus dem Audimax der Universität Wien ist hier.

 

Hier noch ein kurzes Handyvideo von mir von der Demo:

Sorry wegen der schlechten Bildqualität. ;)

Noch etwas zu Obamas Friedensnobelpreis

Günther Paal in Dorfer Donnerstalk über die Verleihung an Obama: „Obama hat den Nobelpreis nicht für das bekommen, was ER machen will, sondern für das, was die ANDEREN wollen, was er machen soll.“

 

Ganz ehrlich, schöner hätte ich es auch nicht sagen können..

Mit Penny ins All…

Aber sicher doch! Und kostet auch nur knappe 210.000€

*Sich an den Kopf greift*

 

Mehr dazu gibts hier.

Sid Vicious

Hier mal die „My Way „-Coverversion von Sid Vicious:

 

Und im Vergleich dazu Gary Oldman als Sid Vicious in dem Film „Sid und Nancy“:

 

Noch Fragen, wieso ich Gary Oldamn für einen der größten Schauspieler überhaupt halte? Er spielt in meinen Augen locker mit De Niro und Pacino in einer Liga und übertrifft den überschätzten Sean Penn noch um Längen. Versteht mich nicht falsch: Sean Penn ist in Ordnung, aber es nervt mich tierisch, dass er nur noch Rollen spielt, mit denen er glaubt, einen Oskar gewinnen zu können. Verdammter Statuenfetischist.

 

Den Trailer zu „Sid und Nancy“ könnt ihr übrigens hier sehen:

Der Film ist genial, nur leider fehlen auf der dt. DVD ein paar MInuten und es gibt keine Extras (weshalb ich mir wohl irgendwann die britische Disc zulegen werde, die ungeschnitten ist und mit einem Audiokommentar vom Regisseur, einem Interview mit demselben und einem 64seitigen Booklet daherkommt. Außerdem kostet sie jetzt weniger als ihr deutsche Pendant).

Etwas Musik

(Bei Joel & Nirvana einfach auf den YouTube Link klicken)

 

Die Toten Hosen & Birgit Minichmayr – Auflösen:

 

Die Toten Hosen – Lesbische, schwarze Behinderte

 

Nirvana – All Apologies

 

The Kinks – Lola:

 

Billy Joels Boyband-Verarsche: Uptown Girl:

 

Neil Diamond – Girl, you’ll be a woman soon:

 

Pulp Fiction Opening:

 

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich – Hold Tight:

 

Reverend Horton Heat – Psychobilly Freakout

 

Johnny Cash (live in San Quentin) - “A Boy Named Sue“

Ein gespenstisches Bild

Lest mal diesen Artikel.

 

Eine – wie ich finde – sehr wichtige Geschichte, bei der es extrem schade ist, dass der Standard sie im Kulturteil versteckt und nicht weiter vorne gebracht hat.

Wenn ich sowas lese….

…dann kommt mir echt die Galle hoch.

Ich frage mich echt, ob Lagerfeld bewusst ist, was er mit seinem Verhalten mit auslöst. Da geht der Trend endlich – langsam aber doch – weg von diesen dürren Kleiderständern, die kaum noch als Frauen zu erkennen sind, und dann kommt Lagerfeld daher und redet irgendwas von „dicken Muttis“ und dass keiner etwas anderes sehen wolle, als diese lebenden Skelette. Dieser Mann ist mit solchen Idiotien in meinen Augen indirekt dafür mitverantwortlich, dass so manche junge Frau an Magersucht erkrankt, denn schließlich wollen ja so einige Leute diesem „Idealbild“ entsprechen (sei es, weil sie in der Branche arbeiten, sei es, weil sie mit sich selber unzufrieden sind). Jedenfalls finde ich ich es absolut nicht in Ordnung, dass dies dann auch noch Leuten, auf die man im Modegeschäft (leider) hört, gefördert wird, indem sie – wie Lagerfeld es sagt – „Illusionen verkaufen“.

Ich hoffe nur, dass sich langfristig in diesem Bereich Menschen mit Vernunft durchsetzen und niemand, dem es offensichtlich völlig egal ist, dass er mit seinem Verhalten dazu beiträgt, dass viele Menschen sich in ihrer Haut absolut unglücklich fühlen, weil er oder sie ihnen einredet, sie wären minderwertig. Deshalb gefällt mir der letzte Absatz des Artikels auch besonders gut:

 

„Gerade Lagerfelds Aussagen über die „illusionäre“ Modewelt lassen sich damit in eine Frage verkehren, die ihn und andere Kollegen in die Bredouille bringt: Haben Modeschöpfer, die ihre Kreationen an dürren Models vorführen, einfach zu wenig Talent, um normale Frauen gut aussehen zu lassen?“ :D

 

 

BTW: Gibt es tatsächlich irgendeinen Mann auf der Welt, dem es gefällt, wenn er beim Sex die Knochen seiner Partnerin klappern hört, weil sie sich jegliche Polsterung weg gehungert hat?

Obama bekommt den Friedensnobelpreis?

Frage: Wofür eigentlich? Der Mann ist erst 10 Monate im Amt. Die Kriege in Afghanistan und im Irak toben immer noch und es ist kein Ende in Sicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass dieser Preis in Wahrheit nicht einer für Obama, sondern gegen seinen Vorgänger, George Bush Jr., ist. Obama hat nämlich, außer dass er für ein wenig bessere Stimmung gesorgt hat, genau GAR NICHTS getan, was die Verleihung dieses Preises rechtfertigen würde.

Nordkorea – Ein Paradies auf Erden

Zumindest, wenn es nach Wolfgang Bogner geht. Der Fotograf plant demnächst in Kärnten eine Ausstellung, die beweisen soll, dass die Menschen in Nordkorea in einer wundervollen Demokratie leben, in der Milch und Honig fließen. Das alles geschieht mit freundlicher Unterstützung des Kärntner Landtagspräsidenten Lobnig, der für das Kärntner Landhaus, in dem diese Ausstellung stattfinden wird, verantwortlich ist.

Ich möchte an dieser Stelle vorschlagen, die Veranstaltung in eine andere Location auszulagern. Ich hätte da in Wien schon ein passendes Ausweichquartier gefunden. Lobnig und Bogner können danach gerne noch dort bleiben.

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