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Das Urteil des Gerichtshofs für Menschenrechte, nachdem das Aufhängen von Kreuzen in Schulklassen die Religions- und Erziehungsfreiheit verletze, hat auch in Österreich für einiges Aufsehen gesorgt. Was ich dabei nicht verstehe, ist folgendes: Wie kann alleine das Anschauen eines Symboles diese Freiheiten denn einschränken? Ein Kreuz ist doch erstmal nur zwei im rechten Winkel aneinander befestigte Bretter. Es wird erst dadurch, was wir in diesen beiden Brettern sehen, zu „mehr“. Durch bloßes Ansehen eines Kreuzes werde ich wohl kaum zum Christen, genauso wenig, wie ich durch das Betrachten des Halbmondes zum Moslem werde, oder durch das Betrachten eines Hakenkreuzes zum….ihr wisst schon, worauf ich hinaus will, oder?

Es ist übrigens interessant zu sehen, wer genau denn nun diesem Urteil applaudiert. Es sind nämlich genau die Leute , welche Religionsfreiheit für sich und – egal ob sie es wollen oder nicht – alle anderen Menschen nur als „Freiheit von Religion“ interpretieren und die in einem nächsten Schritt am liebsten den Religionsunterricht gleich mit abschaffen wollen (dass dieser oft das einzige Fach ist, in dem die SchülerInnen – bei guten ReligionslehrerInnen –  so etwas wie soziale Werte vermittelt bekommen, übersehen sie dabei gerne) und sind in Wahrheit genauso fundamentalistisch, wie sie es den Religionen gerne vorwerfen.

Eine Einschränkung der Religions- und Erziehungsfreiheit kann ich an einem Kreuz in einer Schulklasse beim besten Willen nicht erkennen. Schließlich steht es jeder/jedem frei, daran zu glauben oder nicht (in einem guten Religionsunterricht geht es übrigens genau darum, den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, anhand von Wissen und nicht von Vorurteilen zu entscheiden, ob sie an Gott glauben wollen oder nicht).

Die Proteste an den österreichischen Universitäten waren meiner Meinung nach schon lange überfällig. Man kann von den Studierenden nicht erwarten, dass sie die ständig schlechter werdenden Bedingungen immer weiter schlucken und so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Die dämliche Regelung mit den Studiengebühren (die dafür gesorgt hat, dass jetzt so weit ich weiß der bürokratische Aufwand mehr Geld frisst, als die Uni damit einnimmt), die Einführung von Bachelor- und Masterstudien, die sich dadurch, dass das Bachelorstudium komplett wertlos ist, selbst ad absurdum führen, ein akuter Mangel an ProfessorInnen, der dazu führt, dass sich erstens die Lehrenden aufreiben müssen und zweitens die Studierenden ihr Studium (wegen beschränkter Teilnehmerzahlen bei den wenigen Veranstaltungen) nicht in dem Tempo abschließen können, dass sie gerne hätten (und hinterher heissts dann „faule StundetInnen!!“, gell?), chronischer Geldmangel an allen Ecken und Enden und  – last but not least – dass immer noch sehr wenige Frauen an der Universität leitende Positionen inne haben, musste doch irgendwann zu einer (völlig berechtigten) Explosion führen.

Die Debatte ÜBER die Proteste läuft übrigens auch sehr österreichisch ab. In den Internetforen gibt es für jeden, der für die Studierenden Verständnis zeigt, mindestens einen, der irgendwas von faulen SutdentInnen, denen man „Die Wadln nach vorne richten!!!“ (also auf gut deutsch: „Den Marsch blasen!“) muss und am besten gleich die Heizung im Audimax abdrehen soll. Dass diese Beiträge vor Neid meistens nur so triefen ist ebenso klar, wie die Tatsache, dass diese Leute andere dafür bestrafen wollen, dass sie selbst im Leben zu kurz gekommen sind. Die kommentierende Berichterstattung mancher Journalisten ist aber auch nicht viel besser. So ergeht sich die der Herr Witzmann von der Presse in seinem undifferenziertem Geschwafel darüber, dass die Studierenden seiner Meinung nach erstens nicht arbeiten wollen und zweitens die falschen Fächer studieren. Das geht so weit am Thema vorbei, dass mir mein Deutschlehrer dafür ein glattes „Nicht Genügend!“ wegen einer Themenverfehlung gegeben hätte. Das Problem dabei ist nur: Sie (die kommentierenden Journalisten) werden dabei bei vielen Leuten durchkommen: Den Neidhammeln, den Zukurzkommern, den Jugendhassern, kurz: bei all jenen die lieber im metternichschen-klerikalen-postnazistischen Sumpf blanker Distinktionsdünkel den Forschenden gegenüber (siehe den interessanten Artikel von Martin Blumenau) stecken bleiben, als sich einmal Gedanken um mehr als nur sich selbst zu machen.

Es freut mich jedenfalls, dass die Proteste sich ausweiten und in jeder – mit Ausnahme der Montanuni Leoben – Univeristät Österreichs bereits ein Hörsaal, eine Aula oder was auch immer besetzt wurde, dass die ÖGB sich solidarisch zeigt und die SchülerInnenvertretung, genauso wie offenbar auch die Metaller, zu gemeinsamen Aktionen bereit ist. Vielleicht kann man so etwas erreichen und die Leute zum Zuhören zwingen.

Günther Paal in Dorfer Donnerstalk über die Verleihung an Obama: „Obama hat den Nobelpreis nicht für das bekommen, was ER machen will, sondern für das, was die ANDEREN wollen, was er machen soll.“

 

Ganz ehrlich, schöner hätte ich es auch nicht sagen können..

Frage: Wofür eigentlich? Der Mann ist erst 10 Monate im Amt. Die Kriege in Afghanistan und im Irak toben immer noch und es ist kein Ende in Sicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass dieser Preis in Wahrheit nicht einer für Obama, sondern gegen seinen Vorgänger, George Bush Jr., ist. Obama hat nämlich, außer dass er für ein wenig bessere Stimmung gesorgt hat, genau GAR NICHTS getan, was die Verleihung dieses Preises rechtfertigen würde.

Zumindest, wenn es nach Wolfgang Bogner geht. Der Fotograf plant demnächst in Kärnten eine Ausstellung, die beweisen soll, dass die Menschen in Nordkorea in einer wundervollen Demokratie leben, in der Milch und Honig fließen. Das alles geschieht mit freundlicher Unterstützung des Kärntner Landtagspräsidenten Lobnig, der für das Kärntner Landhaus, in dem diese Ausstellung stattfinden wird, verantwortlich ist.

Ich möchte an dieser Stelle vorschlagen, die Veranstaltung in eine andere Location auszulagern. Ich hätte da in Wien schon ein passendes Ausweichquartier gefunden. Lobnig und Bogner können danach gerne noch dort bleiben.

…wer alles auf ihre Website verlinkt? (Klickt auf den „Frauen in der Politik“ Beitrag)

Ist aber so wahrscheinlich auch einfacher für sie. So haben sie immer wieder Quellen für die nächste Buchrezension parat (siehe letztes Video).

 

 

BTW: Die Leute von alpen-donau.info haben sich sicher sehr über die Gratiswerbung gefreut. Wie die Seite heißt, hätte man meiner Meinung nach unkenntlich machen sollen.

…landet Seyran Ates im Interview mit dem Standard.

 

Vor allem ihre Antwort auf die Frage, warum denn viele Linke Kritik am Islam reflexartig als „rechts“ diffamieren, bringt die Doppelmoral der Linken gut auf den Punkt:

 

„Das ist das absolute Totschlagargument und hat inzwischen einen langen Bart. Da sind die Grünen so scheinheilig. Bei den Grünen herrscht eine unglaubliche Pseudo-Angst, die Rechten mit diesem Thema zu bedienen. Anstatt sich mit dem Thema auseinander zu setzen und es den Rechten wegzunehmen, hält man lieber den Mund. Mich irritiert diese Art der Reflexion immer mehr, weil ich dachte wir wüssten inzwischen, wie die Rechten argumentieren. Die Rechten wollen sowieso keine multikulturelle Gesellschaft. Mich erinnert das an die Zeit, als es Frauen gab, die gegen das Frauenwahlrecht waren. Es gibt immer bestimmte konservative Gegenpositionen, die auf alten Positionen verharren. Einige Grüne sind da sehr verbohrt und entwickeln sich nicht weiter. Die gehörten eigentlich in eine der konservativen Parteien.“

 

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Das Problem ist doch, dass die Themen Islam und Integration in Österreich wie in Deutschland ausnahmslos von Leuten wie H. C. Strache und/oder den Sprechern der NPD besetzt werden. Und – das muss man ihnen lassen - sie machen das ziemlich gut. Die haben nämlich erkannt, dass jeder der behauptet, es gäbe bei uns kein Integrationsproblem, den Knall schlicht und ergreifend nicht gehört hat und dass Leute, die hier leben wollen auch so etwas wie eine Pflicht zur Integration haben. Mir ist natürlich klar, dass man diese Aussagen der extremen Rechten immer im Kontext sehen muss, weil diese selbstverständlich etwas ganz anderes bezwecken, aber anstatt ihnen dieses Thema wieder wegzunehmen und es sachlich zu bearbeiten, flüchtet die Mehrheit der so genannten Gutmenschen sich entweder in eine komplett hirnrissige Totalopposition („Bei uns in Döbling gibt es ÜBERHAUPT kein Integrationsproblem! Und bitte weisen sie meine polnische Putzfrau nicht aus, die österreichischen sind mir zu teuer!“) oder sie kommen mit einem genauso dämlichen Wischwaschigerede daher, dass man die religiösen Gefühle der Moslems nicht verletzen dürfe und akzeptiert damit stillschweigend, dass immer noch viele Frauen auch mithilfe des berühmten Kopftuches unterdrückt werden. Das mit dem „Verletzen der religiösen Gefühle“ ist übrigens auch ein sehr gutes Beispiel für die Gutmenschendoppelmoral. Oder stellt euch mal vor, es würde ein Buch wie dieses hier umgemünzt auf den Propheten Mohammed erscheinen. Oder: Macht doch mal aus einer Moschee ein Pornokino, wie das mit christlichen Gotteshäusern in der Türkei schon passiert ist. Der Aufschrei wäre wohl Legion, aber da es in diesem Fall ja „nur“ die CHristen betraf: Schweigen im Walde. Und bitte, kommt mir jetzt nicht mit Argumenten wie „Aber der Islam muss noch in das Zeitalter der Aufklärung kommen“, denn erstens funktioniert Geschichte nicht so linear und zweitens habe ich ehrlich gesagt keine Lust, noch 500 Jahre zu warten, bis ein paar islamische Fundamentalisten lernen, was Menschenrechte sind (und um gewissen Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine nicht den Islam an sich, sondern nur einen Teil der Leute, die ihn ausüben).

Ok, bevor ich den Faden verliere, nochmal zurück zum eigentlichen Thema. Die Linken müssen endlcih aufhören zu träumen und den Stier bei den Hörnern packen. Man darf Leuten wie H. C. Strache, der derzeit leider der einzige ist, der dieses Thema für sich beansprucht, nicht kampflos das Feld überlassen, indem man sich in eine surrealistische Scheinwelt flüchtet, an die ohnehin kein halbwegs normaler Mensch mehr glauben kann. Man muss endlich aufwachen und einsehen, dass der bisherige Weg der Verharmlosung eindeutig der falsche ist.

Gibt es hier zu sehen (ja ich halte meine LeserInnen für mündig genug, sich sowas anzusehen, ohne gleich zu fundamentalistischen Terroristen zu werden). Was natürlich daran auffällt, ist die völlig neue Optik. Statt waffenstarrender und vermummter Typen, die, wie Martin Blumenau es schreibt, mit dem „Kitzel der Gewalt“ spielen, präsentiert man uns hier ein Jüngelchen, das ganz allgemein wie ein etwas älterer Firmling aussieht, der sich in seinem wohl eher selten getragenen Anzug nicht so ganz wohlfühlen dürfte. Natürlich ist klar, was Al-Kaida mit diesem Propagandaschachzug bezwecken will: Man möchte damit die Kreise ansprechen, die zwar prinzipiell etwas mit den Ansichten von Al-Kaida etwas anfangen können, sich aber von den Hassvideos alter Prägung abgeschreckt fühlten. Dabei geht es erst in zweiter Linie um Rekrutierung. In erster Linie geht es Al-Kaida darum, ein neues Klima zu schaffen, das dieser Organisation die Sympathie gewisser Kreise sichern soll. Dass dieses für Deutschland gemachte Video pünktlich vor der dortigen Bundestagswahl erscheint, gehört da genauso zum Programm, wie die in dem Film indirekt getätigte Aussage, Deutschland wäre „eh nicht so schlimm wie die anderen“.

Ich persönlich würde den Typen ja gerne wünschen, dass er mal zum falschen Zeitpunkt durch die U-Bahn Station Karlsplatz in Wien läuft. Da würden sich bestimmt ein paar obdachlose Punks finden, die ihm mit Freude eine aufs Maul hauen.

 

 

Mehr dazu hier und hier

Zitat aus der Krone:

 

Karin Berger, „Kronen Zeitung“ vom 10.09.2009 Seite: 28 „(…) So kann man sich nur (…) anschließen, der meint, entweder das Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen oder jemanden Vernünftigen zu wählen wie Frau Rosenkranz. Vielleicht würde dann die politische Landschaft in Österreich etwas menschlicher und vor allem realitätsbezogener!“

Die Politik in diesem Land würde also menschlicher, wenn man eine Frau wählt, die man von Rechts wegen „Kellernazi“ nennen darf, menschlicher. Ganz bestimmt. Wieso, lieber Gott, hast du es nicht so gemacht, dass Dummheit wehtut? Dann hätte ich wenigstens die Gewissheit, dass nicht nur alle halbwegs vernünftigen Menschen unter diesem Blödsinn leiden müssen, sondern auch diejenigen, die es wirklich verdient haben…

 

Via

Ich habe mir heute „9/11 – Was steckt wirklich dahinter?“ im ORF angesehen.  Von den ganzen Dokus, die ich bisher im ORF gesehen habe (und das waren schon so einige), war dieser Mist die mit Abstand schwächste Vorstellung. Es ging eigentlich die gesamte Laufzeit über nur darum, auf  Teufel komm raus irgendwelche haarsträubenden Verschwörungstheorien unter die Leute zu bringen, die zumeist noch dazu schon längst wiederlegt sind. Der Höhepunkt dieser „Dokumentation“ waren aber die von den Machern herangekarrten Experten. Einen Air Force Captain (hoffe, dass das stimmt) lasse ich mir ja noch einreden, aber spätestens ab dem Moment, in dem der Schriftsteller (ein echter Spezialist also) Dario Fo den ZuschauerInnen etwas über zu extreme Flugwinkel beim Anschlag auf das Pentagon erzählen will, sollte jeder vernunftbegabte Mensch eigentlich erkennen, dass hier offenbar bewusst unseriös gearbeitet wurde. Oder anders formuliert: In einer gut recherchierten Dokumentation hätten sie zumindest einen neutralen Experten Fos Aussagen überprüfen lassen. Nur hatte man an einer ernsthaften Überprüfung der Verschwörungstheorien offenbar gar kein Interesse, es wurden einfach sämtliche kursierenden Gerüchte als harte Fakten präsentiert. Da hätten sie ja gleich mich engagieren können, um vor laufender Kamera einen Vortrag über Stephen Hawkings Theorien zur Quantenmechanik zu halten. Der Effekt wäre ungefähr der gleiche gewesen, nur dass ich nicht alle 5 Sekunden mit aufgerissenen Froschaugen „die Wahrheit“ eingefordert hätte.

Der Spiegel hat übrigens schon 2006 so ziemlich jede jemals geäußerte Theorie zerpflückt. (für den Link geht mein Dank an den Lindwurm). Besonders interessant finde ich dabei die Antwort auf die Frage, warum so viele Menschen den offiziellen Untersuchungsergebnissen misstrauen:

 

„Abgesehen davon, dass die meisten Theorien im Detail widerlegbar sind, kann man die Verschwörer auch durch einfache Logik bloßstellen: An solch einem gewaltigen Vorhaben müsste eine große Zahl von Piloten, Sprengmeistern, Soldaten, Fluglotsen beteiligt gewesen sein, kurz: So viele Mitwisser müsste es geben, dass irgendeiner davon bis heute mit Sicherheit die Wahrheit ausgepackt hätte.“

 

Also, liebe Paranoiker: Bevor ihr im Zusammenhang mit dem 11. September wieder irgendwas von einer False Flag Operation daherfaselt, rechnet euch doch bitte mal aus, wieviele MitwisserInnen für so etwas nötig gewesen wären und dann fragt euch bitte, wie wahrscheinlich es wäre, dass sich keiner von denen mal verplappert oder ein schlechtes Gewissen bekommt…

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