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…landet Seyran Ates im Interview mit dem Standard.

 

Vor allem ihre Antwort auf die Frage, warum denn viele Linke Kritik am Islam reflexartig als „rechts“ diffamieren, bringt die Doppelmoral der Linken gut auf den Punkt:

 

„Das ist das absolute Totschlagargument und hat inzwischen einen langen Bart. Da sind die Grünen so scheinheilig. Bei den Grünen herrscht eine unglaubliche Pseudo-Angst, die Rechten mit diesem Thema zu bedienen. Anstatt sich mit dem Thema auseinander zu setzen und es den Rechten wegzunehmen, hält man lieber den Mund. Mich irritiert diese Art der Reflexion immer mehr, weil ich dachte wir wüssten inzwischen, wie die Rechten argumentieren. Die Rechten wollen sowieso keine multikulturelle Gesellschaft. Mich erinnert das an die Zeit, als es Frauen gab, die gegen das Frauenwahlrecht waren. Es gibt immer bestimmte konservative Gegenpositionen, die auf alten Positionen verharren. Einige Grüne sind da sehr verbohrt und entwickeln sich nicht weiter. Die gehörten eigentlich in eine der konservativen Parteien.“

 

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Das Problem ist doch, dass die Themen Islam und Integration in Österreich wie in Deutschland ausnahmslos von Leuten wie H. C. Strache und/oder den Sprechern der NPD besetzt werden. Und – das muss man ihnen lassen - sie machen das ziemlich gut. Die haben nämlich erkannt, dass jeder der behauptet, es gäbe bei uns kein Integrationsproblem, den Knall schlicht und ergreifend nicht gehört hat und dass Leute, die hier leben wollen auch so etwas wie eine Pflicht zur Integration haben. Mir ist natürlich klar, dass man diese Aussagen der extremen Rechten immer im Kontext sehen muss, weil diese selbstverständlich etwas ganz anderes bezwecken, aber anstatt ihnen dieses Thema wieder wegzunehmen und es sachlich zu bearbeiten, flüchtet die Mehrheit der so genannten Gutmenschen sich entweder in eine komplett hirnrissige Totalopposition („Bei uns in Döbling gibt es ÜBERHAUPT kein Integrationsproblem! Und bitte weisen sie meine polnische Putzfrau nicht aus, die österreichischen sind mir zu teuer!“) oder sie kommen mit einem genauso dämlichen Wischwaschigerede daher, dass man die religiösen Gefühle der Moslems nicht verletzen dürfe und akzeptiert damit stillschweigend, dass immer noch viele Frauen auch mithilfe des berühmten Kopftuches unterdrückt werden. Das mit dem „Verletzen der religiösen Gefühle“ ist übrigens auch ein sehr gutes Beispiel für die Gutmenschendoppelmoral. Oder stellt euch mal vor, es würde ein Buch wie dieses hier umgemünzt auf den Propheten Mohammed erscheinen. Oder: Macht doch mal aus einer Moschee ein Pornokino, wie das mit christlichen Gotteshäusern in der Türkei schon passiert ist. Der Aufschrei wäre wohl Legion, aber da es in diesem Fall ja „nur“ die CHristen betraf: Schweigen im Walde. Und bitte, kommt mir jetzt nicht mit Argumenten wie „Aber der Islam muss noch in das Zeitalter der Aufklärung kommen“, denn erstens funktioniert Geschichte nicht so linear und zweitens habe ich ehrlich gesagt keine Lust, noch 500 Jahre zu warten, bis ein paar islamische Fundamentalisten lernen, was Menschenrechte sind (und um gewissen Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine nicht den Islam an sich, sondern nur einen Teil der Leute, die ihn ausüben).

Ok, bevor ich den Faden verliere, nochmal zurück zum eigentlichen Thema. Die Linken müssen endlcih aufhören zu träumen und den Stier bei den Hörnern packen. Man darf Leuten wie H. C. Strache, der derzeit leider der einzige ist, der dieses Thema für sich beansprucht, nicht kampflos das Feld überlassen, indem man sich in eine surrealistische Scheinwelt flüchtet, an die ohnehin kein halbwegs normaler Mensch mehr glauben kann. Man muss endlich aufwachen und einsehen, dass der bisherige Weg der Verharmlosung eindeutig der falsche ist.

Zitat aus der Krone:

 

Karin Berger, „Kronen Zeitung“ vom 10.09.2009 Seite: 28 „(…) So kann man sich nur (…) anschließen, der meint, entweder das Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen oder jemanden Vernünftigen zu wählen wie Frau Rosenkranz. Vielleicht würde dann die politische Landschaft in Österreich etwas menschlicher und vor allem realitätsbezogener!“

Die Politik in diesem Land würde also menschlicher, wenn man eine Frau wählt, die man von Rechts wegen „Kellernazi“ nennen darf, menschlicher. Ganz bestimmt. Wieso, lieber Gott, hast du es nicht so gemacht, dass Dummheit wehtut? Dann hätte ich wenigstens die Gewissheit, dass nicht nur alle halbwegs vernünftigen Menschen unter diesem Blödsinn leiden müssen, sondern auch diejenigen, die es wirklich verdient haben…

 

Via

Recht so! Und als nächstes sichern wir uns die sudetendeutschen Gebiete! Sieg heil!

 

 

(Insert Ironytags whereever you want them!)

Kurzanalyse:

 

Meiner Meinung nach hat die SPÖ genau das bekommen, was sie verdient hat. Mit ihrer Anbiederung an die Krone hat sie sogar H.P. Martin zumindest in dieser Hinsicht noch locker in den Schatten gestellt und auch mit ihrer „Nichtlinie“ in Bezug auf Europa (Zitat: Der von mir immer mehr geschätzte Franz Voves), hat sie sich ihre Niederlage mit Anlauf selbst bereitet. Wie man sich bettet so liegt man.

Das gilt auch für die Grünen. Erst das Hin und Her wegen Voggenhuber und Lunacek und auch danach kam ihr Wahlkampf nicht richtig in Fahrt. Eva Glawischnigg sollte sich schön langsam fragen, ob sie die richtige Person für den Chefposten ist. Außerdem nervt mich Aktionismus ala „Wir stellen nur Frauen auf, um so für Gleichberechtigung zu kämpfen“ ungemein. Für eine Wahl soll man verdammt nochmal die besten Leute aufstellen und zwar unabhängig vom Geschlecht!

Die Liste Martin ist für mich eine der positiven Überraschungen dieser Wahl. Ja, ihr habt richtig gelesen. Denn obwohl Martin sehr oft stupides EU-Bashing betreibt und er es sich mit beinahe jedem/jeder Person, mit der er jemals länger zusammenarbeitete, verscherzt hat, hat er eines gezeigt: Dass sehr viele Protestwähler sich eben nicht, weil sie rechtsextrem sind, an die FPÖ und das BZÖ wenden, sondern weil ihnen in unserer Parteienlandschaft ganz einfach die Alternativen fehlen (dass viele für ihre Protestwahl eine rechtsradikale Gesinnung „ihrer“ Partei in Kauf nehmen, ist eh schon schlimm genug). Er würde zwar weiterhin die Unterstützung der Krone brauchen, aber Hans Peter MArtin könnte auf lange Sicht auch bei nationalen Wahlen meiner Meinung nach vor allem das BZÖ in arge Bedrängnis bringen.

Das BZÖ wurde in dem zwischen Martin und der FPÖ tobenden Kampf um die Protestwähler regelrecht vaporisiert. Das lag allerdings zu einem guten Teil auch daran, dass „Dobermann“ Ewald Stadler vieles ist, aber ganz sicher kein zugkräftiger Spitzenkandidat. So mutierte das BZÖ bei dieser Wahl zu einem politisch unbedeutenden Fliegengewicht.

Die ÖVP ist der zweite Wahlsieger, da sie – trotz Verlusten – die stärkste EU-Kraft im Land geworden ist. Nun gut, neben einer einen ständigen Zickzackkurs fahrenden SPÖ gut auszusehen ist auch nicht allzu schwer….

Die FPÖ hat zwar ihren Stimmenanteil von 6 auf 13% beinahe verdoppeln können, aber Sieger sehen für mich dennoch anders aus, vor allem wenn man bedenkt, dass sie bei früheren (nationalen) Wahlen an die 29% erreicht hat. Dass sie das diesmal nicht einmal annähernd geschafft hat, liegt – mal wieder – daran, dass immerhin 18% der Wähler mit H.P. Martin keinen Nazi, sondern einen maximal als rechtsliberal zu bezeichnenden Populisten ihre Stimme gaben….

Ganz ehrlich: Ich habe mich vor dem Abschneiden von BZÖ und FPÖ ein wenig gefürchtet und hätte mir nicht gedacht, dass ausgerechnet H.P. Martin das schafft, woran SPÖ und ÖVP schon seit Jahren immer wieder kläglich scheitern: Das BZÖ zu zerreiben und die FPÖ deutlich auf Abstand zu halten. Auch wenn ich ihn nicht gewählt habe: Hut ab vor dieser Leistung (die auch ein wenig mit Hilfe der Krone zustandegekommen ist).

 

Einen anderen interessante Artikel zu diesem Thema findet ihr hier.

Der blaue Planet auf Badcomics. Ich verlinke sonst ja nicht so oft auf meinen Zweitblog, aber hier passt es gerade sehr gut, denn dieser Comic ist wirklich ein großer Haufen Scheiße!

Nachzulesen hier.

Und jetzt rätseln natürllich alle und fragen sich: Wieso will denn der Strache die Türken nicht, aber die Russen schon? Dabei ist die Löung doch ganz einfach: Der Strache mag die Russen im Prinzip genauso wenig wie die Türken, aber er braucht sie für seinen Wahlerfolg, wenn er irgendwann einmal Kanzler werden will. Der Strache will nämlich Österreich ganz gezielt mit Russenmafiosi überschwemmen, damit wir Österreicher alle Angst kriegen, und ihm, der uns ja nur vor den bösen bösen Ausländern beschützen will, bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit geben. Ist doch logisch, oder?

 

(Und natürlich wäre es ein angenehmer Nebeneffekt, wenn jederzeit ein russiischer Killer greifbar wäre, um etwaige kritische Journalisten verschwinden zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Armin Wolf sollte sich schon einmal nach einem Bodyguard umsehen…)

War ja klar, dass unser dritter Nationalratspräsident den Präsidenten der Israelitische Kultusgemeinde einen „Ziehvater des Linksterrorismus“ nennen darf, ohne deshalb aus dem Parlament zu fliegen, oder? Nein? Ihr habt euch Konsequenzen erwartet? Ihr kennt euch nicht gut aus in Österreich, oder? Denn hier ist der Antisemitismus schon so tieft verankert, dass ein Fehlen desselben sehr viel eher auffallen würde.

Außerdem: Wen wunderts, dass so eine Aussage von einem Parteimitglied der FPÖ kommt? Mich jedenfalls nicht.

Es wird auf jeden Fall Zeit, dass die Leute sich endlich dazu aufrappeln, den Antisemiten die Stirn zu bieten. „The line must be drawn here!“ sagte schon Picard in Star Trek: First Contact.

Kennt ihr das hier schon? Ich will ja schließlich nicht der einzige Comicfan sein, dem dabei das Kotzen kommt.

 

(Dass H.C. Strache sich mit Superman ausgerechnet nen außerirdischen Immigranten als Vorbild für seine Comics genommen hat, tut ihm sicher heute noch weh!)

An dieser Stelle geht erstmal mein Dank an die lieben PolitikerInnen in Kärnten, die dafür sorgen, dass wir regelmäßig über ihre lustigen Gschichtln lachen können. Im neuesten Schwank spielen (mal wieder) Stefan Petzner und Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler die Hauptrolle. Dieser hat Petzner nämlich angezeigt. Warum? Nun, die FPÖ hatte Guggenbichler seinerzeit auf Jörg Haider angesetzt, unter anderem, um „intime und private Details“ über Haider ans Tageslicht zu bringen (Fotos natürlich inklusive), damit sie diese im Wahlkampf verwenden können. Dieser lehnte ab und Haider versprach ihm dafür einen Job als Sicherheitsbeauftragter. Nun ist Haider aber – wie wir wissen – nicht mehr am Leben und Petzner will angeblich nichts von diesem Angebot wissen. Ich habe mir diese Meldung mal durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie uns einiges über BZÖ & FPÖ verrät. Da wäre zum Einen die offenbar völlige Unfähigkeit des BZÖ selbst so etwas einfaches wie Jobzusagen schriftlich festzuhalten (falls sich der Herr Petzner wirklich an so etwas nicht erinnern kann).  Und zum Anderen sagt uns diese Sache auch etwas über die völlige Charakterlosigkeit der FPÖ. Denn dass es bei „intimen und privaten Details über Haider für den Wahlkampf“ um etwas anderes ging, als die Frage: „Ist/war Haider schwul?“ können die dafür verantwortlichen Leute ihren Großmüttern erzählen…

Quelle: ORF.at

 

(Und eine Frage sei mir noch erlaubt: Wenn Haider nichts zu verbergen gehabt hätte, wieso hat er den Privatdetektiv mit einem anscheinend sehr gut dotierten Job bestochen?)

ORF.at

 

Da soll noch mal jemand sagen, die extreme Linke wäre nicht mindestens genauso deppert wie die extreme Rechte. So dermaßen idiotische Aktionen nähren doch nur die FPÖ-Mär von der „linken Jagdgesellschaft“.

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