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Dauer: ca. 63 Minuten

VÖ: 13.5.2008

 

Inhalt: Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, hören wir eine männliche Stimme, die uns verkündet, dass das nachfolgende Tondokument der Redaktion unaufgefordert zugestellt wurde. Man habe keine Ahnung, woher es komme, glaube aber, dass es sich eventuell um ein Tondokument aus den Archiven der Polizei handeln könnte. Außerdem sei man sich nicht sicher, ob darauf überhaupt eine Straftat zu hören ist (könnte ja trotz allem ein Fake sein). Während die Rechtsabteilung weiterhin fieberhaft nach der Herkunft der Aufnahme fahndet, habe man sich jedenfalls dazu entschlossen, sie zu bearbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach einem Countdown startet die Aufnahme….

Man hört als erstes die Stimme eines Mannes, der sich  den ZuhörerInnen als Walter Behrent vorstellt. Offenbar ist er aus irgendeinem Grund nervös, er beginnt seine Vorstellung mehrmals von neuem. Er erzählt dabei von seiner längst bankrotten Firma, die er schließen musste & dem Unfall, der ihn erblinden ließ. So erfahren wir erst im dritten Anlauf, wieso er diese Aufnahme überhaupt macht: Vor ein paar Jahren wurde seine Tochter entführt und die Lösegeldübergabe ging damals irgendwie schief. Jedenfalls ist sein damals achtjähriges Kind seither verschwunden und es gab für ihn keine Hoffnung, sie jemals wieder zu sehen. Bis vor einer Woche ein Vertreter für Putzmittel bei ihm an der Tür läutete. Walter glaubt, in dessen Stimme die des Entführers erkannt zu haben, der ihm damals via Telefon die Lösegeldforderung überbrachte. Da die Polizei ihm keinen Glaube schenkt, verspricht Walter dem Vertreter einen Vertragsabschluss, um ihn so ein zweites Mal in sein Haus zu locken. Walter hat in jedem Zimmer seines Hauses Mikrofone angebracht, um dass seiner Meinung nach sicher kommende Geständnis aufzuzeichnen. Außerdem hat er sämtliche Räume komplett abgedunkelt, um dafür zu sorgen, dass der Verdächtige – so wie er ja auch – die Hand nicht vor Augen sieht. Nachdem er ihn (auch mithilfe des Überraschungseffektes) überwältigen konnte, schleppt Walter den Mann in den Keller, wo er sich mit ihm einsperren will, um das Geständnis notfalls gewaltsam aus ihm herauszuholen. Womit er aber nicht gerechnet hat, ist die vehemente Gegenwehr seines Gegenübers. Und so entwickelt sich zwischen dem in der Falle sitzenden Vertreter und Walter ein Psychospiel, das sich gewaschen hat….

 

Kommentar: Lübbe Audio versucht sich mit der „Mitschnitt“-Reihe an einer neuen Art von Hörspiel. Ich muss gestehen, dass ich quasi sofort einen Faible für das Gimmick der angeblich echten „Tondokumente aus den Archiven der Polizei“ entwickelt habe. Das liegt vor allem an der wirklich guten Präsentation. Allein schon der Kerl am Anfang schafft es, die ZuhörerInnen innerhalb von einer halben Minute in die richtige Stimmung zu versetzen. Auch bei der Aufnahme selbst hat man darauf geachtet, sie nicht zu perfekt klingen zu lassen, um den Eindruck der Authentizität zu fördern. So hört sich alles leicht verrauscht und irgendwie blechern an. Eine Sprecherliste gibt es wohl aus ähnlichen Gründen nicht (soll ja schließlich alles „echt“ wirken) , wobei ich die beiden Unbekannte sehr loben muss, denn bis auf ein paar etwas hölzern klingende Stellen bringen sie ihre Rollen sehr intensiv rüber. Vor allem der Sprecher von Walter schafft es, seine Figur als jemanden darzustellen, der so etwas normalerweise nicht tun würde, der aber quasi von inneren Zwängen (seine Tochter) dazu getrieben wird.

Aufgrund der Art der Präsentation gibt es natürlich keinen Erzähler, keine Musik und auch sonst keine spektakulären Soundeffekte. Es gibt nicht einmal einen Abspann, im Gegenteil, man wird genau auf dem Höhepunkt regelrecht aus der Geschichte rausgekegelt (weil halt genau in dem Moment die Aufnahme zu Ende ist). Und das tut dem Hörspiel nur gut.

Ein kleiner Minuspunkt (verbunden mit einer Spoilerwarnung, also nicht weiterlesen und gleich zur Punktevergabe schauen, wenn ihr euch die Spannung nicht verderben wollt): Wenn am Ende (höchstwahrscheinlich) alle tot sind, woher haben die dann das Band? Ok, es kann natürlich sein, dass es ihnen jemand anders zugestellt hat und das eigentliche Aufnahmegerät nicht in unmittelbarer Nähe der beiden Protagonisten war (sonst wäre es sicher unbrauchbar gewesen). Dann hätte es halt „wirklich“ die Polizei gefunden und es jemand aus dem Archiv geklaut. BTW, ich hoffe, dass man evtl im Lauf der Zeit ein paar Hinweise bekommt, WER denn hier eigentlich die ganzen Aufnahmen verschickt….

 

Fazit: Eine schöne und innovative Idee für eine neue Hösrpielreihe! (In den nächsten Tagen kommen auch noch Teil 1 und Teil 3 dran, aber „Rache“ ist momentan mein „Mitschnitt“-Liebling).

4,5 von 5 Punkten.

 

Amazon-Link gibts links unter Hörspiele

Eddies garstige Geschichten 1: Dämonen im Fahrstuhl

Sprecherliste hab ich leider keine (wenn Xenon vielleicht so nett wäre, ich werd sie dann updaten).

Dauer: ca. 30 Minuten

Pentagramm Publishing

 

Inhalt: Bei einer Weihnachtsparty im Büro seiner Firma erlebt Paul Stanley eine unliebsame Überraschung. Jeff, ein ehemaliger Geschäftsführer, hat seine Entlassung noch nicht wirklich verwinden können und taucht unvermittelt auf dem Höhepunkt der Feier auf. Paul und Co möchten den Störenfried lieber heute als morgen los werden. Dabei gibt es nur ein Problem: Jeff hat ein paar dämonische Freunde mitgebracht. Panisch fliehen Paul und seine Kollegen in den nächstbesten Aufzug. Ein Fehler, den sie kurz darauf schon bitter bereuen…

 

Kommentar: Hier ist es also, das erste Review eines Amateurhörspiels von mir. Und ich mus sagen, ich war von der zumindest semiprofessionellen Machart doch positiv überrascht. Zumindest habe ich im Handel schon Hörspiele erstanden, deren Geräuschkulisse um einiges schlechter war als hier bei den „Dämonen im Fahrstuhl“ (Ja ich rede mit dir, Verschollen im Spukhaus!) .  Aber der Reihe nach.

Bei den Sprechern muss man natürlich in Betracht ziehen, dass es sich natürlich nicht um ausgebildete Leute handelt (falls das nicht stimmt, bitte ich um Berichtigung!). Dennoch war ein Unterschied im Vergleich zu so manch anderer Produktion (du brauchst gar nicht so eingeschnappt zu gucken, liebes Sternentor!)  nicht wirklich feststellbar. Auch hier muss man sagen, dass alle Beteiligten einen recht guten Job abliefern (nur die Sprecherin von Rachel wirkte meiner Meinung nach ein wenig zu „angestrengt“, war aber auch noch ok).

Was sich ebenfalls positiv aufs Gesamtergebnis auswirkt ist, dass die Macher ganz offensichtlich mit einer gewissen Freude bei der Sache waren. Natürlich ist die Geschichte nicht darauf ausgelegt, dass die Hörer sich zu Tode gruseln. Dieses Hörspiel will ein kurzweiliger Spaß sein, was ihm vor allem ab dem zweiten Akt auch recht gut gelingt. Sie hat mich (auch aufgrund des Prologes) viel eher an die lustigeren Episoden aus der Fernsehserie „Tales from the Crypt“ erinnert, die ja eine ganz ähnliche eine ganz ähnliche Haltung an den Tag gelegt hat. Das einzige Problem, das ich mit der Geschichte habe ist, dass mir der erste Akt etwas zu lange dauert. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser ein wenig gestrafft worden wäre und man so mehr Platz für Dämonenaction und lustiges Bürohengste killen gemacht hätte (oder man hätte den ersten Akt so belassen und in den zweiten noch ein paar fiese Kills mehr einbauen können, was wohl noch besser gewesen wäre). Das ist aber ehrlich gesagt mein einziger Kritikpunkt.

Die Geräuschkulisse geht wie gesagt vollkommen in Ordnung, es reicht zwar nicht an den Sound von Gabriel Burns heran, aber Studio Maritim und Co können sich jetzt erst recht in Grund und Boden schämen.

 

Fazit: Ein witziges Hörspiel, das sich selbst nicht ernst nimmt und sehr kurzweilig ist. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten.

 

 

Runterladen könnt ihr es euch hier (natürlich gratis).

Der Poster Xenon hat  hier einmal einmal danach gefragt: Natürlich mache ich auch Reviews von Amateurhörspielen! Nur muss man mir sagen, wo ich sowas finden kann. Also, schickt mir ruhig Links zu euren selbstgemachten Hörspielen, ich werde sie gerne besprechen! ;)

Das Sternentor 1: Der rote Nebel

 

Rolle Sprecher

Erzähler…Neumann, Jürgen

Commander Perkins…Meincke, Ernst

Major Peter Hoffmann…Böll, Nicolas

Ralph Common…Bahro, Wolfgang

Cindy Common…Eckhold, Karin

Professor Common…Jülich, Rolf

Oberst Jason…Kästner, Thomas

George…Draeger, Sascha

Ester Breadshaw…Werfel, Pia

Alter…Lüdke, Günther

Studio Maritim 2002 Dauer: ca. 62 Minuten

 

Inhalt: Aus unbekannten Gründen erscheint ein mysteriöser roter Nebel, der sich langsam auf dem gesamten Planeten Erde ausbreitet. Alle Menschen, die mit dem Nebel in Kontakt kommen, verschwinden spurlos, ganze Städte werden entvölkert. Commander Perkins und seine Crew fliegen mit der „Spaceboy“ (Was soll DAS denn für ein Name sein???) zur Mondbasis Delta 4 (gar nicht Alpha 1? Ich bin enttäuscht), da man dort mithilfe des Dimensionsbrechers fremde Welten bereisen kann (man erhofft sich quasi die Ursprungswelt des Nebels zu finden). Tatsächlich scheint es so, als wäre der Nebel mittels Dimensionsbrecher von einer anderen Welt auf die Erde gekommen. Diese Welt, der man den originellen Namen „Empty“ gegeben hat, ist anscheinend völlig entvölkert worden. Man schickt Commander Perkins gemeinsam mit Major Hoffmann und dem telepathisch begabten Jungen Ralph Common los, damit sie auf Empty nach Antworten suchen…

 

Kommentar: Studio Maritim und ich, wir zwei werden wohl nicht mehr warm miteinander. Nach dem erlesen beschissenen „Verschollen im Spukhaus“ kommt jetzt von diesem Label also die neue „Commander Perkins“-Reihe und ich kann nur sagen: Hände weg! Während die alte Serie dem Vernehmen nach (ich selbst kenne sie nicht) absoluter Trashkult sein soll, hat dieses Möchtegernhörspiel schlichtweg gar nichts zu bieten. Dieses Teil möchte ja wirklich ganz verzweifelt groß und episch sein. Episch sind hier aber nur drei Dinge:

1. Der schädelsprengende Schwachsinn, der sich in den Dialogen breit macht.

2. Die Langeweile, die wahrhaft epochale Ausmaße erreicht.

3. Die Logiklöcher, die so groß sind, dass man die „Spaceboy“ (über den Namen komme ich wohl nie hinweg) locker im Rückwärtsgang durchfliegen könnte.

Im folgenden beschreibe ich euch mal ein paar meiner „Lieblingsstellen“: Eine Zusammenfassung des Aufenthaltes auf „Empty“: Kaum sind unsere Helden angekommen, hat Ralph natürlich nichts besseres zu tun, als sich von den dortigen Überlebenden (die bis auf diverse Größenunterschiede natürlich genauso aussehen wie wir, na Logo!) entführen zu lassen. Commander Perkins will daraufhin mit den Entführern reden: „Wir kommen Friede, weil wir auch von dem roten Nebel bedroht werden!“ Emptyaner: „Wir mögen euch nicht, weil ihr uns den roten Nebel geschickt habt!“ Perkins: „Aber der kam doch von eurem Planeten!“ Emptyaner: „Öh….äh….wurscht! Wir mögen eure Visagen nicht! Verschwindet, aber vergesst bloß nicht, diesen häßlichen kleinen Gartenzwerg da wieder mitzunehmen!“ Perkins: „Ok, auf zur Abholstelle….“ Womit die gesamte Episode auf Empty nur dazu da war, die Laufzeit zu strecken… Toll ist aber vor allem die Auflösung der ganzen Sache. Kaum sind unsere Helden wieder auf Delta 4, erhalten sie Meldung von der Neurologin ihres Vertrauens, Dr. Bradshaw (sie hat alle am Beginn untersucht). DIese hat festgestellt, dass aufgrund exzessiver Weltraumreiserei die Gehirne unserer Truppe mutiert sind, und das könne uns jetzt helfen (was, ihr fragt nach dem Warum? Na dann viel Spaß beim Suchen nach der Antwort!) Natürlich bricht sofort allgemeiner Jubel und Enthusiasmus aus (Hm. Also wenn mich mein Doc anrufen und mir etwas über diverse Mutationen in meiner Denkmurmel erzählen würde, dann wäre ich zumindest *ein wenig* nachdenklicher als diese fröhliche Baggage hier) Kaum auf der Erde angekommen (Zwischenzeitlich hat man auch mal so nebenher konstatiert, dass der Nebel vor Ralphs telepathischer Begabung Angst hat – warum auch immer) findet man Doc Bradshaw beim Drachensteigen auf dem Dach ihres Labors wiede. Ja, ihr habt richtig gelesen. Beim Drachensteigen. Denn natürlich konnte der Doc die Gehirnmutationen irgendwie auf den Drachen übertragen (Mir…..wow…..mir fehlen echt die Worte bei diesem SCHWACHSINN!!!) und jetzt fliegt der Nebel um den Drachen wie die Motten um das Licht. Commander Perkins kommt auf die Idee, den Nebel zum Mond und in den sich zufällig dort befindenden Teilchenbeschleuniger zu locken, da dieser den Nebel mit seinen Magnetfeldern für immer und ewig festhalten könne (Meine Suspension of Disbelief war nach diesem Hörspiel stolze Zwangsjackenträgerin) Natürlich lässt sich die Mutation (oder was auch immer) auch locker vom Drachen auf die Spaceboy übertragen und los gehts zum Mond! Dabei stellt sich mir folgende Frage: Wenn der Nebel wirklich auf diese Mutadingenskirchens so scharf ist…..wie haben die ihn dann vom Raumschif weg und in den Teilchebeschleuniger reinbekommen? Direkt reingeflogen werden sie wohl nicht sein (zutrauen würd ich es ihnen aber allemal)….Der Plan funktioniert und alle sind froh und haben sich lieb. Danach kommt die beste Stelle im gesamten Hörspiel, nämlich die, an der mir mein CD-Player signalisiert, dass mein Leiden ein Ende hat. Die Sprecher sind hier auch ganz famos (Vorsicht, Ironie!) Bis auf Meincke sind sie alle komplett daneben oder kämpfen auf verlorenem Posten. Jürgen Neumann schwankt als Erzähler zwischen enervierend und tinnituserregend hin und her und ging mir praktisch von der ersten Sekunde an auf den Sender, Nicolas Böll hält krampfhaftes Überbetonen wohl für den letzten Schrei im Hörspielbereich und Pia Wefel müht sich zwar redlich, wird aber vom Skript ordentlich im Regen stehen gelassen. Die Krönung ist aber, dass Studio Maritim mit Wolfgang Bahro einen fast 50jährigen Mann egagiert hat, um die Rolle des 14jährigen Ralph Common einzusprechen. Verflucht, der arme Kerl klingt so, als hätte er seine Genitalien in einen Schraubstock gezwängt, um so eine etwas höhere Stimmlagen zu erzielen. Dass er dabei *etwas* angestrengt rüberkommt, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Oder?

Das Skript selbst…naja, was soll ich dazu noch sagen? Die alte Gruselserie von H G. Francis finde ich ja ziemlich gut. Das liegt aber vor allem daran, dass diese Reihe sich zu KEINEM Zeitpunkt so bierernst nimmt, wie es unser Commander Perkins hier tut. So kann ich über die dort ebenfalls zahllos vorhandenen Hirnlosigkeiten herzlich lachen, während sie bei Perkins einfach nur noch weh tun. An dieser Stelle möchte ich auch mal kurz auf den Titel an sich eingehen: Die Sache mit dem Dimensionsbrecher ist NICHT von Stargate abgekupfert, das kam schon in der alten Serie so vor. Dass Studio Maritim ihre neue Perkins-Serie aber gleich „Das Sternentor“ nennt, ist schon eine Dreistigkeit vor dem Herrn. Auf eines kann man sich bei dieser CD allerdings jederzeit verlassen: Ganz egal wie beschissen das alles ist: Der Score und die Soundeffekte sind immer um eine Ecke schlechter als der Rest. Die tonale Untermalung hat mehr als einmal dafür gesorgt, dass ich in Gedanken zu dem Koffer mit der Bohrmaschine in der Abstellkammer abgeschweift bin. Die Idee, mit diesem Werkzeug meinen Gehörgang zu pürieren wurde von Minute zu Minute verführerischer, so sehr hat mich die – nennen wir es mal so – „Musik“ gequält. Da wünscht man sich doch glatt einen anständingen Hörsturz, damit man nicht mehr mitbekommt, wie die Jungs vom Studio Maritim sich auf ihren Aldi-Keyboards austoben…

Beim Durchblättern der im Internet vorhandenen Reviews ist mir übrigens eines aufgefallen: NIcht nur dass die Reaktionen insgesamt bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden können, so kommen die einzigen positiven Reviews zu beinahe 100% von Leute, die in jedem zweiten Satz erwähnen, wie geil sie doch die alte Serie fanden. Etwas mehr Ojektivität und etwas weniger Nostalgiebonus wäre hier wohl angebracht gewesen (Ohje! Gleich kommt Poes_Rabe und nagelt mir mein „Gräfin Dracula“-Review ans Schienbein!)

 

Fazit: Studio Maritim hat es geschafft. „Das Sternentor Teil 1: Der rote Nebel“ ist tatsächlich noch schlechter als „Verschollen im Spukhaus“. Deshalb: Nie wieder Studio Maritim! Und damit: Bis zum nächsten Studio Maritim Review!

 

0 von 5 Punkten

Rolle – Sprecher:

Erzähler…Buchholz, Peter
Commander…Mey, Christian
Duchess Daughtal…Kollecker, Brigitte
Roboter Gamma-qu…Brandt, Volker
Starduster Gordon…Trixner, Heinz
Duke…Martienzen, Gerd
Dauer: ca. 35 Minuten
Regie: Heikedine Körting
Musik: Bert Brac

Inhalt: Dark der Tyrann ist der mächtige Kommandant des Orion-Spiralarms der Galaxis (!). Er hat einen Plan entwickelt, um die letzten freien Menschen endgültig zu vernichten. Daher lässt er die wichtigste Geisel des Imperiums , Duchess Daughtal, entkommen. Diese ist natürlich blöd genug, sich direkt auf den Weg zum Hauptquartier der Rebellen auf Vadigan zu machen, allerdings bemerkt sie recht bald, dass Dark ihr „unauffällig“ mit der RAD, dem mächtigsten Raumschiff der Galaxis, folgt. So macht sie sich mit den beiden Robotern C3Po, ähem, Verzeihung, ich meine Gamma-qu und einer R2D2-Kopie deren Namen ich vergessen habe, sowie einem Verbündeten namens Gordon Starduster (diese Dreistigkeit macht mich echt sprachlos) auf nach Vadigan, denn sie hat einen eigenen Plan, mit dem sie gemeinsam mit den Rebellen die Galaxie von Dark befreien will….

Kommentar: Ach du heilige Scheiße. Was Europa da auf die Menschheit losgelassen hat, ist eine bodenlose Frechheit jedem SciFi-Fan im Allgemeinen, und im speziellen den Star Wars-Fans gegenüber. Am Anfang muss ich gleich gestehen, dass ich nicht wirklich ein Fan von Lucas Opus Magnum bin, aber diese Vergewaltigung hat Krieg der Sterne nun wirklich nicht verdient. „Krieg im All“ wirkt so, als hätte man alles Positive aus den Filmen subtrahiert und aus den übrig gebliebenen Plotholes versucht, ein Hörspiel zu machen. Die Charaktere sind mit den Attributen „Beschissen“ und „hohle Kopien“ noch äußerst wohlwollend umschrieben. Duchess Daughtal ist quasi Luke und Leia in Personalunion, Gordon Starduster (jedesmal wenn ich den Namen tippe kippe ich hier fast vom Stuhl) stellt einen Han Solo für Arme dar und Gamma-qu ist die unlustige Variante von C3PO und zu guter letzt ist die Führung der Rebellen die Deppenversion des Jedirates. Die Sprecher erledigen ihren Job auch so, als ob sie alle wissen würden, was für einen Schmafu sie hier von sich geben und lassen konsequent die Overactingsau raushängen, was aber immerhin zu einigen Lachern führt. Ein Wort zu Volker Brandt: Wenn es den Satz „Er war jung und brauchte das Geld“ noch nicht geben würden, dann müsste man ihn dafür glatt erfinden, denn hier tut er mir fast schon leid.
Das Drehbuch müssen sich drei betrunkene Schimpansen in einer wodkageschwängerten Nacht ausgedacht haben, bestes Beispiel dafür ist das Ende. Da erzählt die Duchess zuerst ganz groß davon, dass sie einen ach so tollen Plan zur Rettung der Menschheit habe und was passiert dann? Wir hören, dass die Bösen kommen (übrigens wäre es nett gewesen, aus dem Hauptbösewicht ne Sprechrolle zu machen, denn das angedachte Szenario mit der allgegenwärtigen Bedrohung im Hintergrund funktioniert GAR NICHT), die Raumschiffe der Rebellen starten, irgendwas explodiert und plötzlich rufen alle „Juhu, wir haben es geschafft!“ und das Hörspiel ist aus. HALLO, GEHTS NOCH???
Musik und Geräuschkulisse wurden – wenn man das Alter des Hörspiels beachtet (es ist irgendwann Ende der 70er Jahre entstanden) – ganz okay umgesetzt, aber selbst da hab ich (aus dieser Zeit) besseres gehört. Das beste an dem Hörspiel ist, dass die CD-Neuveröffentlichung in einem schicken Vinyl-LP-Look daherkommt. Das wars dann aber auch schon.

Fazit: Ich hoffe, ich konnte hier jemanden davon abhalten, dieses Hörspiel ebenfalls durchleiden zu müssen (nur Poes_Rabe muss es sich zwangsweise ausleihen, hehe). Finger weg!!

0 von 5 Punkten gibt es hier nur deswegen, weil ich mir geschworen habe, mit einem so lächerlichen Firlefanz wie Minuspunkten gar nicht erst anzufangen.

Inhalt: Don Harris ist ein ESI-Agent mit besonderen Talenten. Seit seiner Jugendzeit ist er im Besitz von hellseherischen Fähigkeiten, die er in seinem Beruf natürllich gut gebrauchen kann. Als ihm einer seiner Freunde mitteilt, dass eine Frau, mit der Don ein Verhältnis hatte, auf bestialische Weise ermordet wurde, beginnt für ihn ein wahrer Höllentrip. Noch am Tatort stellt Don fest, dass er wohl tiefer in den Fall verwickelt sein dürfte, als er es selbst ahnt. Oder warum hätte der Mörder sonst seine Telefonnr. mit dem Blut des Opfers an die Wand schmieren sollen? Als er dann noch postwendend den genauen Tathergang „visualisiert“ sieht er, dass Nancy Goldman von einem Auftragsmörder erledigt wurde . Man versucht, den Auftragsmörder ausfindig zu machen, aber es stellt sich heraus, dass dieser über dieselben Fähigkeiten verfügt wie Don. SChließlich gelingt es DOn dennoch, ihn zu stellen. Beim Begräbnis seines Vaters lernt er Elektra, eine ehemalig Bekannte seiner verstorbenen Eltern, kennen. Diese weiß von seinen Fähigkeiten und verspricht, ihm zu helfen, da sie eine Ahnung davon hat, was auf ihn zukommen wird. Nachdem er bei dem Begräbnis eine VIsion hatte, bei der sich auf der Stirn seines toten Vaters ein drittes Auge abzeichnete, fährt er wieder zurück nach London. Dort findet er heraus, dass Nancy Goldman in Verbindung mit einem Anwalt stand, der eine Woche vor ihrem Tod an einem Herzinfarkt gestorben ist. Don verabredet sich mit seinem alten Ausbildner Mac Sterling. Mac war früher ein Mentor für DOn, der auch seine speziellen Fähigkeiten gefördert hatte. Man entschließt sich, in die Anwaltskanzlei einzubrechen. Dort findet DOnn heraus, dass der Anwalt in seinem Computer einen eigenen Ordner angelegt hat, der sich nur mit Don und seinen Eltern befasst. EIn altes Hochzeitsfoto seiner Eltern sticht ihm dabei besonders ins Auge. Auch Elektra ist darauf zu sehen. und sie scheint seit dem Zeitpunkt dieser Aufnahme um keinen Tag gealtert zu sein.
Was hat es mit der Frau auf sich? Um wen handelt es sich beim Club der Höllensöhne? Und was haben seine verstorbenen Eltern mit der Sache zu tun?

Kommentar: Helmut Rellergerd alias Jason Dark ist den meisten als Autor der John Sinclair Romane ein Begriff. Mit Don Harris hat er jetzt ein neues Projekt gestartet, das deutlich macht, dass er sich als Schreiber doch ziemlich weiterentwickelt haben dürfte. Die Geschichte ist zwar nicht unbedingt originell, aber sie ist gut erzählt. Die Hörspielumsetzung stammt vom selben Mann, der bereits die John Sinclair Hörspiele produziert hatte. Was mir positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass eine der großen Krankheiten der John Sinclair Hörspielreihe, nämlich dass man ihr einfach anmerkte, dass es sich um Umsetzungen billiger Heftromane gehandelt hat, hier überhaupt nicht zum Tragen kommt. So ist die Handlung eindeutig weniger plakativ.
Die Produktion kann durchaus mit Hörspielreihen wie Gabriel Burns mithalten. Die Atmosphäre wurde toll eingefangen. Kommen wir nun zum einzigen Manko der Serie: Den ersten Minuten, in denen die SPrecher so dermaßen hemmungslos übertreiben, dass die im letzten Review angesprochenen ersten fünf Minuten von Gabriel Burns dagegen regelrecht diskret wirken. Vor allem die Sprecher, die den jungen Don und seine Freunde in einem Flasback sprechen verursachen einem beim Zuhören beinahe Ohrenbluten. Danach wird das allerdings auch deutlich besser.

Fazit: Die Reihe hat durchaus Potential. 3 von 5 Punkten.

Rolle….Sprecher
Erzähler…Kluckert, Jürgen
Steven Burns…Vollbrecht, Bernd
Larry Newman…Schalla, Björn
Mr. Bakerman…Meincke, Ernst
Sonny Heseltine…von Nordhausen, Engelbert
Constable Bennett…Hinze, Matthias
Constable Landon…Schaale, Gerald
Joyce Kramer…Krahl, Bianca
Da Costa…Wolf, Hans-Jürgen
Daniel…Schälte, Max Oscar
Steven als Kind…Weber-Drücke, David
Dr. Phillips…Ratthey, Barbara
Lucy…Schrötter, Heike
Doc Harding…Schröder, Jochen
Unfallopfer…Rudolph, Marco
Linda Aspin…Wagner, Jasmin
Bernard Cadieux…Bahro, Wolfgang
Mrs. Aspin…Karl, Vera
Popescu…von Nordhausen, Engelbert
Intro…Paetsch, Hans
Dauer: 68.19 Minuten

Inhalt: Steven Burns ist Taxifahrer. Eines Nachts nimmt er eine Frau mit, die beim Aussteigen von einigen Männern bedroht wird. Steven versucht ihr zu helfen, er wird allerdings überwältigt und bewusstlos geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich in einem Hotelzimmer wieder, die Leiche der Frau liegt neben ihm. Die Falle schnappt endgültig zu, als plötzlich die Polizei vor der Tür steht und ihn verhaftet. Allen Beteuerungen Stevens zum Trotz, hält man ihn für den Mörder der jungen Frau. Da kommt plötzlich ein ihm unbekannter Mann in seine Zelle, der ihm einen Deal anbietet: Er soll für ihn in dem kleinen Nest Eden Creek einen bestimmten Mann ausfindig machen. Steven sagt zu und damit beginnt für ihn der Albtraum erst so richtig. Die kleine Stadt Eden Creek scheint beinahe ausgestorben zu sein, ein Schneesturm schneidet es von der Außenwelt ab und die letzten Überlebenden verlieren nach und nach den Verstand und werden eine Gefahr für andere. Was hat es mit den Einstichen im Nackenbereich der Opfer auf sich? Wer sind die ominösen „grauen Engel“ denen Steven mit der Zeit auf die Spur kommt? Und welches dunkle Geheimnis liegt in Stevens Vergangenheit begraben?

Kommentar: Die Reihe „Steven Burns“ von Volker Sassenberg ist ein sehr ambitioniertes Projekt, dass merkt man bereits ab der ersten Folge. Die erstklassige Produktion setzt, ohne zu übertreiben, im Bereich des Hörspieles neue Maßstäbe. Die Handlung präsentiert sich als ein Mix aus Akte X, Lovecraft und einem Spritzer Twin Peaks. Auch wenn die Handlung im FLüsterer teilweise etwas vorhersehbar ist, wird dem Hörer doch keine Sekunde langweilig. EInzig und allein bei den Sprechern habe ich ein kleines Problem: Die lassen nämlich in den ersten fünf Minuten kollektiv die Overactingsau raus. Ab dem ersten Auftritt von Bakerman normalisiert sich das aber. Lobend erwähnen muss man auch die unheimliche Atmosphäre, man hat das Gefühl, als würde man sich selbst mitten in Eden Creek befinden. Die Geräuschkulisse ist einfach grandios!

Fazit: Ich muss mich bei Poes_Rabe noch einmal dafür bedanken, dass er mir diese Reihe gezeigt hat. DIe ersten fünf Folgen kenne ich schon, Nr. 6 und 7 dürften bald bei mir eintrudeln. 4 von 5 Punkten.

Rolle…Sprecher
Nachbarin…Lemnitz, Regina
Erbauer…Ostermann, Heinz
Florence…Maron, Evelyn
Joseph…Mertens, Lucas
Elliott…Löw, Jürg
Marian Wilcox…Altrichter, Dagmar
Timothy Collins…Michaelis, Torsten
Edward…Didjurgis, Lothar
Daniel Douglas…Winczewski, Patrick
William Jacobs…Wilcke, Claus
Junge Marian…Borbach, Ariane

Länge: ca. 63 Minuten

Inhalt: Daniel Douglas ist von dem Wunsch besessen, einmal eine Nacht in einem Geisterhaus zu verbringen. Von einem Freund erfährt er, dass dieser gemeinsam mit seiner Frau unwissentlich eines gemietet hatte und aufgrund der unheimlichen Vorgänge in dem Gemäuer, nach drei Tagen wieder ausgezogen ist. Die eindringlichen Warnungen seines Freundes ignorierend, ist Daniel sofort Feuer und Flamme. Er trifft sich mit dem Vermieter des Hauses und vereinbart mit diesem, dass er gratis mit seinem Diener dort wohnen darf, um die Geistererscheinungen zu untersuchen. Daniel ist von Anfang an der Meinung, dass es für alle Vorkommnisse eine natürliche Erklärung geben müsse, aber nach und nach geschehen immer mehr Dinge, die er und sein Butler sich beim besten Willen nicht erklären können. Die Geisterscheinungen deuten darauf, dass des Rätsels Lösung in einigen Ereignissen liegen, die sich bereits vor Jahrzehnten zugetragen haben. Und so erfährt Daniel nach und nach, dass sich in diesem Haus vor Jahrzehnten etwas Schreckliches zugetragen haben muss….

Kommentar: SO, diesmal ist die Inhaltsangabe mal etwas kürzer ausgefallen. Das liegt aber mitnichten daran, dass es nicht viel zu erzählen gäbe, sondern an der Tatsache, dass jeder Satz mehr schon einen gewaltigen Spoiler darstellen würde. Und da ich euch nicht die Spannung verderben möchte, komme ich jetzt gleich zur Kritik. Nach dem Reinfall mit „Verschollen im Spukhaus“ wollte ich das Thema „Spukhausgeschichten als Hörspiel“ noch nicht ganz ad acta legen und dachte mir, dass ich es doch mal mit „Das verfluchte Haus“ versuchen könnte. Tja, was soll ich sagen: Wenn ich darauf verzichtet hätte, hätte ich eines der besten Hörspiele verpasst, dem ich jemals lauschen durfte.
Eines vorweg: Selbst bei den schlechtesten Hörspielen dieser Reihe, ist die Produktion immer hervorragend, die dahintersteckenden Leute können aus dem Effeff für eine gute Atmosphäre sorgen, was wahrlich keine Selbstverständlichkeit zu sein scheint (Ja, ich rede mit dir, „Verschollen im Spukhaus“!!!). Geanu so muss das gemacht werden. Subtile Hintergrundgeräusche, gut platzierte Schockmomente, grandiose Sprecher und eine spannende und gruselige Geschichte ergeben hier ein perfektes Hörspiel. Man kann aus der Sprecherriege eigentlich niemanden wirklich hervorheben, da alle eine gute bis sehr gute Leistung abliefern.

Fazit: „Das verfluchte Haus“ ist ein Hörspiel zum immer wieder Anhören, das selbst beim x-ten Hörgenuss nichts von seiner Faszination verliert. Die Nr. 6 ist für mich einer der besten (wenn nicht sogar der beste) Teil der Gruselkabinett-Reihe von Titania.

Rolle – Sprecher
Ferdinand von Panner…Schmidt-Foss, Dennis
Gräfin Panner…Groß, Marianne
Graf Wartburg…Klebsch, Klaus-Dieter
Allwill von Wartburg…Werner, Daniel
Emilie von Wartburg…Hinze, Melanie
Felix von Wartburg…Werner, Albert
Philipp von Wartburg…Fritzsche, Aljoscha
Baron von Hainthal…Riedel, Lutz
Baronin von Hainthal…Sauer, Viola
Klotilde von Hainthal…Gawlich, Cathlen
Pfarrer…Herbst, Wilfried
Frau Pfarrer…Biener, Dagmar
Dietmar von Wartburg…Stevens, Bert
Tutilo…Ostermann, Heinz
Postillion…Schröder, Jochen
Juliane von Panner…Stadlober, Anja
Bertha von Hainthal…Bielenstein, Monica
Länge: ca. 76 Minuten
VÖ: 9.11.2007

Inhalt: Graf Ferdinand von Panner, der nach dem überraschendem Tod seiner SChwester und seines Vaters in das heimtaliche Schloss zurückgekehrt ist, soll – nach dem Willen seiner Mutter – in seiner Rolle als Familienoberhaupt endlich heiraten und seinem Adelsgeschlecht einen Stammhalter schenken. Ferdinand ist davon nicht wirklich begeistert. Schließlich fügt er sich aber seinem Schicksal und macht sich auf den Weg, um Klotilde von Hainthal für sich zu gewinnen. Unterwegs legt er eine Rast ein und gerät in die Gesellschaft rund um eine Pfarrersfrau und ihrer Freunde, die sich allwöchentlich zum „Gespenstertee“ treffen. Bei dieser Treffen muss jeder der Anwesenden eine Geistergeschichte zum Besten geben. Es beginnt eine hübsche junge Frau, die eine Geschichte über ein geheimnisvolles Ahnenportrait erzählt, das einer jungen Braut kurz vor ihrer Hochzeit zum Verhängnis wird. Ferdinand entschließt sich, eine von ihm selbst erlebte Geschichte als das Erlebnis eines Freundes zu tarnen und beginnt zu erzählen. In seiner Erzählung geht es um das Adelsgeschlecht von Wartburg, eine Familie, mit der Ferdinand schon seit Jahren gut befreundet ist. Eines Tages verbrachte er dort einige Tage mit Allwill von Wartburg, dem Erstgeborenen und zukünftigen Erben. Schon bald freundet er sich mit dessen Vater und mit Allwills beiden kleinen Brüdern an. Allwills Schwester Emilie beginnt romantische Gefühle für ihn zu entwickeln, was durchaus auf Gegenseitigkeit beruht. Was Ferdinand negativ auffällt, ist ein Portrait eines Ritters, der seltsamerweise nur den männlichen Mitgliedern der Familie von Wartburg unheimlich zu sein scheint. Allwill weiß zwar, dass es sich bei dem Ritter um Dietmar, dem Stammvater der von Wartburgs, handelt, aber sein Vater schweigt leider wie ein Grab, wenn es um EInzelheiten zu dem Ritter geht, der auf dem Gemälde einer „von Gott gerichteten“, armen Seele macht. Eines Nachts, als Allwills kleine Brüder mal wieder in Ferdinands Zimmer sind, sieht dieser etwas Unheimliches. Ein Geist des Ritters aus dem Portait verlässt den alten Turm, der ein Stück weit vom Schloss entfernt steht, schreitet die Lindenallee entlang und geht schließlich direkt an Ferdinand vorbei in dessen Zimmer zu den beiden Jungen und küsst sie auf die Stirn. Ferdinand erzählt dies verstört dem alten Grafen von Wartburg. Dieser dreht völlig durch und redet davon, dass ihm nun auch diese beiden Kinder genommen werden würden, da es sich bei dem Ritter um eine besondere Art von Todesengel handelt. Nachdem Ferdinand und Allwill wieder auf die Akademie zurückgekehrt sind, ereilt Allwill drei Tage später die traurige Nachricht vom Tod seiner Brüder.
Nachdem Ferdinand seine Geschichte beendet hat und die Gesellschaft sich langsam zerstreut, tritt ein Gast an ihn heran. Dieser gibt ihm zu verstehen, dass er wisse, dass es sich bei Ferdinands Erzählung um die volle Wahrheit handelt. Der Graf von Panner müsse sich allerdings unverzüglich nach Schloss Lilienfels aufbrechen, da erstens nun auch Allwill verstorben sei und zweitens das Schicksal derer von Wartburg aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen nun auch die Familie von Panner betreffen würde. Ferdinand, der sein Inkognito noch nicht sofort aufgeben will, verspricht alles nötige zu tun. Am nächsten Tag macht er sich sofort auf den Weg nach Schloss Lilienfels, welches dem Baron von Hainthal, seiner Frau und deren Tochter Klotilde gehört. Für Ferdinand gibt es viele Fragen zu klären: Was hat es mit der mysteriösen Geistererscheinung auf Schloss Wartburg auf sich, die nur an den Betten der männlichen Familienmitglieder erscheint? Wie sind die Schicksale seiner und der Familie von Emilie miteinander verbunden? Und werden die uralten Aufzeichnungen des Mönches Tutilo etwas zur Klärung der Lage beitragen können? Etc…

Kommentar: Ich habe mich diesmal bemüht, so wenig wie möglich zu spoilern und euch dennoch genug Appetit auf dieses Hörspiel zu machen, denn was soll ich sagen: Nach dem Reinfall mit Dan Shockers „Verschollen im Spukhaus“ konnte das nächste Hörspiel eigentlich nur besser sein. Dass es aber gleich dermaßen grandios sein würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. „Die Bilder der Ahnen“ ist eine atmosphärische Gruselgeschichte, die bislang in dieser eh schon tollen Hörspielreihe nur von „Das verfluchte Haus“ und evtl. dem „Freischütz“ getoppt wird (wird demnächst hier besprochen). Es ist wahrhaft faszinierend wie hier anfangs scheinbar zusammenhanglose Erzählstränge auf kongeiale Weise miteinander verbunden werden (das beste Beispiel hierfür ist die erste Geistergeschichte beim Gespenstertee. Da glaubt man anfangs, dass die einfach nur für ein wenig Stimmung sorgen soll und dann erfährt man 20 Minuten später, dass….ne, hört es euch selber an, ich will euch nicht die Spannung nehmen ;)). So hockt man als Hörer gespannt vor dem Radio und wartet auf die nächste überraschende Wendung. Einfach genial!
Die Sprecher leisten – wie imer bei dieser Reihe – gute Arbeit. Ich persönlich sehe vor meinem geistigen Auge (wie auch „Poes_Rabe“) bei der Synchronstimme von Hugh Laurie immer automatisch Dr. House vor mir, wenn der alte Graf von Wartburg etwas sagt, aber das hält sich hier in Grenzen. Eigentlich kann hier niemanden wirklich hervorheben, da alle SprecherInnen auf einem sehr hohen Niveau agieren.
Ebenfalls typisch für diese Gruselkabinett-Reihe sind die atmosphärischen Umgebungsgeräusche, die allesamt sehr stimmig sind. Das geht vom Rattern der Kutschenräder bis hin zu den geheimnisvollen Schritten des Geistes auf dem Korridor des Schlosses. Noch eine kleine Anmerkung an die Produzenten von „Verschollen im Spukhaus“: SO wird mit subtiler Geräuschkulisse eine unheimliche Atmosphäre erzeugt! So und nicht anders!

Fazit: Dieses Hörspiel muss ich jedem Fan von Hörspielen im Allgemeinen und Geistergeschichten im Speziellen ans Herz legen. Mit „Die Bilder der Ahnen“ kann man gar nichts falsch machen.

4,5 von 5 Punkten.

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