You are currently browsing the tag archive for the 'Jörg Haider' tag.

An dieser Stelle geht erstmal mein Dank an die lieben PolitikerInnen in Kärnten, die dafür sorgen, dass wir regelmäßig über ihre lustigen Gschichtln lachen können. Im neuesten Schwank spielen (mal wieder) Stefan Petzner und Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler die Hauptrolle. Dieser hat Petzner nämlich angezeigt. Warum? Nun, die FPÖ hatte Guggenbichler seinerzeit auf Jörg Haider angesetzt, unter anderem, um „intime und private Details“ über Haider ans Tageslicht zu bringen (Fotos natürlich inklusive), damit sie diese im Wahlkampf verwenden können. Dieser lehnte ab und Haider versprach ihm dafür einen Job als Sicherheitsbeauftragter. Nun ist Haider aber – wie wir wissen – nicht mehr am Leben und Petzner will angeblich nichts von diesem Angebot wissen. Ich habe mir diese Meldung mal durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie uns einiges über BZÖ & FPÖ verrät. Da wäre zum Einen die offenbar völlige Unfähigkeit des BZÖ selbst so etwas einfaches wie Jobzusagen schriftlich festzuhalten (falls sich der Herr Petzner wirklich an so etwas nicht erinnern kann).  Und zum Anderen sagt uns diese Sache auch etwas über die völlige Charakterlosigkeit der FPÖ. Denn dass es bei „intimen und privaten Details über Haider für den Wahlkampf“ um etwas anderes ging, als die Frage: „Ist/war Haider schwul?“ können die dafür verantwortlichen Leute ihren Großmüttern erzählen…

Quelle: ORF.at

 

(Und eine Frage sei mir noch erlaubt: Wenn Haider nichts zu verbergen gehabt hätte, wieso hat er den Privatdetektiv mit einem anscheinend sehr gut dotierten Job bestochen?)

Nein, das ist keine Satire. Obwohl ich es selbst kaum glauben kann. Dieses Set existiert wirklich, es wurde im TV so beworben:

 

Was könnte man denn noch so alles an den Mann bringen? Den Phaeton als Crash Car-Version vielleicht? Man könnte das ja auch auf andere Politiker ausweiten! Wie wärs mit einer Pim Fortuyn-Glatzenpolitur für jedermann?

Da möchte man doch doch glatt seinen Kopf einige Male gegen die Schreibtischplatte hämmern, so bescheuert, pietätlos, ja so schlicht und einfach zum Kotzen ist das!

Kaufen kann man den Scheißdreck hier.

Ob die angesichts dieser (echten) Pietätlosigkeit auch Morddrohungen erhalten haben wie Stermann und Grissemann?

Ich finds übrigens lustig, ,dass das 5. Lied auf der DVD ausgerechnet „I trink hiatz kan Schnåps mehr“ heißt……

 

 

Mehr dazu gibts hier und hier.

Ich habe mir, als von den Landtagsabgeordneten in Kärnten eine Resolution aufgrund der Haider-Satire und diverser anderer Fernsehberichte beschlossen wurde, vorgenommen, einen Artikel über diesen immer wieder auftauchenden Schrei nach Zensur, der meiner Meinung nach immer nur dann erfolgt, wenn einer Seite die Argumente ausgehen (oder sie einfach zu faul ist, welche zu suchen), zu schreiben.

Wenn man sich die erwähnte Resolution einmal genauer ansieht, dann fällt einem folgendes auf: Die Verfasser versuchen zunächst durch bewusste Verallgemeinerungen zu punkten. Schließlich ist dort immer davon die Rede, dass „alle Kärntner“ beleidigt wurden. Dass es KärntnerInnen gibt, die diese Meinung vielleicht nicht teilen, ist ausgeschlossen. Warum? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Darum!

Der Ruf nach Zensur ist in diesem Fall schlicht und ergreifend eine intellektuelle Bankrotterklärung. Man hat einfach keine Argumente gefunden und jetzt will man die Gegenseite mit einem haltlosen Angriff mundtot machen. Die ganze Aktion wirkt überhaupt so, als hätte man den Tod Jörg Haiders als willkommenen Anlass genommen, um generell auf alle kritischen Medien einzuschlagen Dabei stellt sich mir dann die Frage, wer hier wirklich pietätlos ist. Sind es diejenigen, welche die Taten eines Menschen auch noch nach seinem Tod kritisch sehen, oder vielleicht seine so genannten Parteifreunde, welche den Toten nun ausnutzen, um politisches Kleingeld zu wechseln?

Ich will mich hier aber gar nicht nur auf diesen speziellen Fall beschränken. Der automatisierte Ruf nach Zensur ist eine Krankheit, die auch in anderen Bereichen ihr Unwesen treibt. Schauen wir uns doch einmal die leidige Diskussion um angeblich gewaltverherrlichende Filme, Mmusik und Computerspiele an. Jedes Mal, wenn auf der Welt irgendetwas Schrecklliches passiert (siehe Littleton oder Erfurt), lassen die Leute, die den wahren Schuldigen in einem „satanischen“ Rockmusiker, einem Horrorfilm oder einem Computerspiel suchen. Nach dem Amoklauf in Littleton hatte sich die religiöse Rechte ja ganz besonders auf Marilyn Manson eingeschossen. Warum? Weil er der Lieblingsmusiker der Amokläufer war. Was hätten die denn getan, wenn  es sich dabei um die Beatles gehandelt hätte? Ein paar Poster von Paul McCartney verbrannt?

In Erfurt hatte es nicht lange gedauert, bis in den Medien plötzlich überall zu lesen und zu hören war, dass der Amokläufer das Computerspiel Counter Strike besessen hatte und schon gingen die munteren Mutmaßungen darüber los, ob er damit vielleicht das Töten seiner Schulkameraden trainieren wollte. Mal ganz abgesehen davon dass zwischen einem Joystick und einer Schrotflinte doch ein gewisser Unterschied besteht, kann man in solchen Spielendas Spielziel auch erreichen, ohne dass man einen Tropfen Blut vergießt. Nur macht es halt mehr Spaß mit ein paar Freunden vor der Konsole zu sitzen und sich gegenseitig „abzuschießen“. Ob man das jetzt daheim macht, oder im Tarnanzug beim Paintball durch den Wald rennt – Wo zum Teufel ist da der Unterschied? Natürlich interessiert das die selbsternannten Jugendschützer einen Dreck, wenn sie im Brustton der Überzeugung predigen, dass sie ja nur „unsrere Kinder vor dem verderblichen Einfluss solcher Spiele/Filme/Musiker schützen wollen“

 Bitte versteht mich nicht falsch: Jugendschutz ist gut und notwendig und Altersbeschränkungen müssen sein. Ich sehe es aber absolut nicht, dass ich als seit gestern 29jähriger Mann mir oft die Filme, die ich gerne sehen möchte, nur in verstümmelter Form sehen kann (obwohl es in Deutschland noch schlimmer ist als im eher lockeren Österreich), weil es ja theoretisch möglich wäre, dass ein Minderjähriger der DVD angesichtig werden könnte, oder weil es den Leuten im Geschäft oft (nicht immer) scheißegal ist, ob der Kunde 12 oder 18 ist (schon mal daran gedacht, die zu bestrafen und nicht indirekt die Kunden?). Dasselbe gilt für die Schützenvereine, bei denen sich Robert Steinhäuser völlig legal mit seinen Waffen eingedeckt hatte, bevor er in Erfurt seine Schulkollegen und Lehrer umbrachte. In der darauffolgenden Diskussion ging es dann schon gar nicht mehr um Splatterfilme oder derglecihen, nein, es wurden gleich Filme wie Fight Club oder Desperado als potentiell gewaltverherrlichend genannt! Immerhin wurde hier im Nachhinein auch das Waffengesetz verschärft.

Der Schrei nach Zensur ertönt auch immer dann, wenn die wahren Schuldigen ganz woanders zu suchen sind. Um bei meinen Beispielen zu bleiben: Jörg Haider war selbst immer gut im Austeilen, er hat mit seinen Aussagen und Taten das politische Klima in Österreich für längere Zeit vergiftet. Dennoch hat man schon zu seinen Lebzeiten bemerkt, dass er sich sofort in die Rolle des armen Opfers warf, sobald jemand zum Gegenangriff ausholte. Er war der Politiker, der in Österreich die mit Abstand meisten Prozesse wegen Beleidigung führte und zwar als Kläger gegen Journalisten, andere Politiker, Schriftsteller, etc… während er selbst nicht davor zurückschreckte, in seinen Reden auch persönlich zu werden. Dass sein BZÖ jetzt dieses Verhalten übernimmt zeigt nur, dass diese Herren eventuell unbequeme Wahrheiten nicht ertragen können und sehenden Auges lieber das Symptom (die Kritik an ihnen und ihren nunmehr toten Herren) bekämpfen, anstatt EINMAL über sich selbst nachzudenken (obwohl….eine solche Reise in ihr innere Ich würden die meisten BZÖler eh nicht überleben).

Bei der Diskussion um gewaltverherrlichende Medien ist der Fall ganz ähnlich gelagert. Anstatt länger und ernsthaft über die Ursachen für solche Wahnsinnstaten zu reflektieren, wird schnell ein Sündenbock gefunden, der an allem schuld sein soll. MIr kommt es oft so vor, als wäre es gar nicht erwünscht, nach den wahren Ursachen zu suchen. KLar, sonst müsste so mancher Politiker, der jetzt einfach „Computerspiele sind das ultimative BÖSE!“ von seinem Rednerpult aus predigt, seinen eigenen Wählern mal ein paar unbequeme Wahrheiten ins Gesicht sagen und davor haben die nicht wenig Angst, gelle? Wieviele Eltern wissen denn schon, welche Computerspiele ihr Kind zuhause spielt? Welche Filme es in seinem Zimmer (heute hat schon jedes Kind einen eigenen Fernseher und DVD-Player) schaut? Das Ergebnis einer solchen Umfrage will ich glaube gar nicht wissen.

Zensur ist nie eine Lösung, man kann mit ihr maximal die Symptome von Problemen bekämpfen, die viel tiefer liegen, als so mancher von uns glauben mag. Das BZÖ will offenbar so weitermachen, wie es sein toter Meister vorgeführt hat. Diese Leute werden niemals begreifen, dass sie in Wahrheit selber das Problem sind und nicht etwa dessen Lösung. Und bei der Diskussion um gewaltverherrlichende Medien wird nur zu gerne vergessen, dass die wahren Ursachen für solche Wahnsinnstaten nicht in den Computerspielen, Filmen oder Musikern zu finden sind, sondern bei uns. Nur ist diese Wahrheit für unsere Gesellschaft viel zu unbequem, um sie zu akzeptieren. 

 

 

Stefan Petzner wurde nun endgültig als BZÖ-Chef abmontiert. Es wurde ehrlich gesagt auch allerhöchste Zeit. Dieses weinerliche, sich als Nebenwitwe (Copyright: Hr. Misik vom Standard) aufspielende, Ex-Unterwäschemodel war ja kaum auszuhalten. Leider wird nichts besseres nachkommen, denn anscheinend dürfte ausgerechnet Uwe Scheuch nun Topfavorit auf diesen Posten sein. Scheuch, der mir mit seiner absolut unsympatischen Art absolut zuwider ist, schafft es maximal als Haiders untalentierter Zauberlehrling aufzutreten (oder anders formuliert: Er ist genauso drauf wie H. C. Strache). Alleine dessen Auftritt bei „Im Zentrum“ (siehe hier) erregte beim Schreiber dieser Zeilen einen beinahe unwiderstehlichen Brechreiz und ich glaube nicht, dass sich das in Zukunft ändern wird. Auch ist die Hoffnung, dass mit Haiders Tod endlich ein paar seiner Wähler aufgewacht sind, bei mir äußerst gering (ich würde mich hier allerdings wirklich sehr über einen Irrtum meinerseits freuen), da ich glaube, dass gar nicht so viele das BZÖ bzw. früher die FPÖ nur wegen Jörg Haider gewählt haben (was unter anderem das gute Wahlergebnis der FPÖ bei der letzten Wahl erklärt). Es ist vielleicht denkbar, dass das BZÖ in Zukunft etwas weniger Stimmen bekommen könnte, aber die werden in erster Linie zur FPÖ wandern (also quasi vom Teufel zum Beelzebub gehen).

Die Frage, die sich mir immer wieder stellt: Was kann man dagegen tun, dass die rechtsextremen Populisten in Österreich endgültig die Kontrolle übernehmen? Antwort: Versuchen andere zu überzeugen, die Denkfehler dieser Leute jedes Mal schonungslos offenlegen, sie als das zeigen, was sie in Wahrheit sind & zu jeder Wahl gehen, um meine Stimme abzugeben. Ob das reichen wird? Ich weiß es nicht.

Heute Thema bei „Im Zentrum: Was darf die Kunst – Die umstrittene Haider – Satire.

 

Darauf bin ich bei der Diskussionsrunde schon sehr gespannt.

 

Die Satire selbst gibts übrigens hier.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

Edit: Da das Video offenbar vom Netz genommen wurde, hier ein Link zu dem Video: Scoop.at (Leider nicht lippensynchron).

Sorry, aber dieses BIld finde ich einfach zum Totlachen:

Die Haiderhysterie hat auch von der Blogosphäre endültig Besitz ergriffen. In den Top 10 der Beiträge auf allen WordPress-BLogs finden sich sage und schreibe 7 Posts, die entweder Jörg Haider oder seinen Nachfolger Stefan Petzner zum Thema haben.

Hier mal eine kleine Auswahl:

Stockenboi

Roter Salon
Polilog

Palisades

Renes Blog

Der Lindwurm

Peter Wurm

Lizas Welt

Edith Schmied

Gebi Mair

Und zum Abschluss meine speziellen Nazifreunde: Patriotisches Forum Süddeutschland (das tut ja schon beim Lesen weh…)

 

Sagt mal….ist es nicht langsam einmal genug? So sehr ich Blogs wie den Lindwurm und Lizas Welt schätze, aber manche hier sind ja schlimer als BILD und Krone zusammen….

Hoffentlich ist diese elende Trauerhysterie in Kärnten mit diesem letzten Höhepunkt endlich vorbei. ES wird langsam Zeit, aufzuwachen!

 

Jörg Haider hat die Menschen in Österreich bewegt, wie sonst – mit Ausnahme von Bruno Kreisky – kein anderer Politiker der zweiten Republik. Viele liebten ihn, viele hassten ihn. Ich persönlich konnte politisch nicht sehr viel mit ihm anfangen, aber ich hatte immer großen Respekt vor seinem rhetorischen Talent, dem raubtierhaften Instinkt, mit dem er die Schwächen seiner Gegner ausfindig machte und seinem Gespür für die einfachen Menschen, denen er stets das Gefühl vermitteln konnte, dass ihre Probleme bei ihm in guten Händen seien.  Er verstand es, die Menschen mitzureißen (was heute kaum ein österreichischer Politiker schafft).

Natürlich darf man seine andere Seite dabei auch nicht vergessen. Jörg Haider hat, als er Menschen, die später vor Gericht freigesprochen wurden, in sein Internierungslager auf der Alm sperrte, die Menschenrechte mit Füßen getreten. Seine Abschiebeaktionen von Kärnten ins Lager Traiskirchen war auch nur billiger Aktionismus und über seine Sager von der Beschäftigungspolitik im dritten Reich und seine Reden vor ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS brauche ich wohl nichts mehr zu sagen. Die dürften jedem bekannt sein.

Dennoch verstehe ich die Schadenfreude, die jetzt mancherorts herrschen wird, absolut gar nicht. Ein gutes Beispiel ist der Kommentar von alzir hier in meinem Blog. Seit wann ist die Nachricht vom Tod eines Menschen denn eine gute Nachricht? Ich trauere zwar auch nicht gerade um Jörg Haider (was aber vielmehr daran liegt, dass ich nur um Menschen trauere, die mir persönlich nahe stehen), aber mir würde nie einfallen, deswegen gleich die Sektkorken knallen zu lassen. Das halte ich für pietätlos.

Blog2Paper

blog2paper

Kategorien

Blog Stats

  • 78,427 Besucher

Statistik