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Das Urteil des Gerichtshofs für Menschenrechte, nachdem das Aufhängen von Kreuzen in Schulklassen die Religions- und Erziehungsfreiheit verletze, hat auch in Österreich für einiges Aufsehen gesorgt. Was ich dabei nicht verstehe, ist folgendes: Wie kann alleine das Anschauen eines Symboles diese Freiheiten denn einschränken? Ein Kreuz ist doch erstmal nur zwei im rechten Winkel aneinander befestigte Bretter. Es wird erst dadurch, was wir in diesen beiden Brettern sehen, zu „mehr“. Durch bloßes Ansehen eines Kreuzes werde ich wohl kaum zum Christen, genauso wenig, wie ich durch das Betrachten des Halbmondes zum Moslem werde, oder durch das Betrachten eines Hakenkreuzes zum….ihr wisst schon, worauf ich hinaus will, oder?

Es ist übrigens interessant zu sehen, wer genau denn nun diesem Urteil applaudiert. Es sind nämlich genau die Leute , welche Religionsfreiheit für sich und – egal ob sie es wollen oder nicht – alle anderen Menschen nur als „Freiheit von Religion“ interpretieren und die in einem nächsten Schritt am liebsten den Religionsunterricht gleich mit abschaffen wollen (dass dieser oft das einzige Fach ist, in dem die SchülerInnen – bei guten ReligionslehrerInnen –  so etwas wie soziale Werte vermittelt bekommen, übersehen sie dabei gerne) und sind in Wahrheit genauso fundamentalistisch, wie sie es den Religionen gerne vorwerfen.

Eine Einschränkung der Religions- und Erziehungsfreiheit kann ich an einem Kreuz in einer Schulklasse beim besten Willen nicht erkennen. Schließlich steht es jeder/jedem frei, daran zu glauben oder nicht (in einem guten Religionsunterricht geht es übrigens genau darum, den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, anhand von Wissen und nicht von Vorurteilen zu entscheiden, ob sie an Gott glauben wollen oder nicht).

…landet Seyran Ates im Interview mit dem Standard.

 

Vor allem ihre Antwort auf die Frage, warum denn viele Linke Kritik am Islam reflexartig als „rechts“ diffamieren, bringt die Doppelmoral der Linken gut auf den Punkt:

 

„Das ist das absolute Totschlagargument und hat inzwischen einen langen Bart. Da sind die Grünen so scheinheilig. Bei den Grünen herrscht eine unglaubliche Pseudo-Angst, die Rechten mit diesem Thema zu bedienen. Anstatt sich mit dem Thema auseinander zu setzen und es den Rechten wegzunehmen, hält man lieber den Mund. Mich irritiert diese Art der Reflexion immer mehr, weil ich dachte wir wüssten inzwischen, wie die Rechten argumentieren. Die Rechten wollen sowieso keine multikulturelle Gesellschaft. Mich erinnert das an die Zeit, als es Frauen gab, die gegen das Frauenwahlrecht waren. Es gibt immer bestimmte konservative Gegenpositionen, die auf alten Positionen verharren. Einige Grüne sind da sehr verbohrt und entwickeln sich nicht weiter. Die gehörten eigentlich in eine der konservativen Parteien.“

 

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Das Problem ist doch, dass die Themen Islam und Integration in Österreich wie in Deutschland ausnahmslos von Leuten wie H. C. Strache und/oder den Sprechern der NPD besetzt werden. Und – das muss man ihnen lassen - sie machen das ziemlich gut. Die haben nämlich erkannt, dass jeder der behauptet, es gäbe bei uns kein Integrationsproblem, den Knall schlicht und ergreifend nicht gehört hat und dass Leute, die hier leben wollen auch so etwas wie eine Pflicht zur Integration haben. Mir ist natürlich klar, dass man diese Aussagen der extremen Rechten immer im Kontext sehen muss, weil diese selbstverständlich etwas ganz anderes bezwecken, aber anstatt ihnen dieses Thema wieder wegzunehmen und es sachlich zu bearbeiten, flüchtet die Mehrheit der so genannten Gutmenschen sich entweder in eine komplett hirnrissige Totalopposition („Bei uns in Döbling gibt es ÜBERHAUPT kein Integrationsproblem! Und bitte weisen sie meine polnische Putzfrau nicht aus, die österreichischen sind mir zu teuer!“) oder sie kommen mit einem genauso dämlichen Wischwaschigerede daher, dass man die religiösen Gefühle der Moslems nicht verletzen dürfe und akzeptiert damit stillschweigend, dass immer noch viele Frauen auch mithilfe des berühmten Kopftuches unterdrückt werden. Das mit dem „Verletzen der religiösen Gefühle“ ist übrigens auch ein sehr gutes Beispiel für die Gutmenschendoppelmoral. Oder stellt euch mal vor, es würde ein Buch wie dieses hier umgemünzt auf den Propheten Mohammed erscheinen. Oder: Macht doch mal aus einer Moschee ein Pornokino, wie das mit christlichen Gotteshäusern in der Türkei schon passiert ist. Der Aufschrei wäre wohl Legion, aber da es in diesem Fall ja „nur“ die CHristen betraf: Schweigen im Walde. Und bitte, kommt mir jetzt nicht mit Argumenten wie „Aber der Islam muss noch in das Zeitalter der Aufklärung kommen“, denn erstens funktioniert Geschichte nicht so linear und zweitens habe ich ehrlich gesagt keine Lust, noch 500 Jahre zu warten, bis ein paar islamische Fundamentalisten lernen, was Menschenrechte sind (und um gewissen Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine nicht den Islam an sich, sondern nur einen Teil der Leute, die ihn ausüben).

Ok, bevor ich den Faden verliere, nochmal zurück zum eigentlichen Thema. Die Linken müssen endlcih aufhören zu träumen und den Stier bei den Hörnern packen. Man darf Leuten wie H. C. Strache, der derzeit leider der einzige ist, der dieses Thema für sich beansprucht, nicht kampflos das Feld überlassen, indem man sich in eine surrealistische Scheinwelt flüchtet, an die ohnehin kein halbwegs normaler Mensch mehr glauben kann. Man muss endlich aufwachen und einsehen, dass der bisherige Weg der Verharmlosung eindeutig der falsche ist.

Meine Meinung zu den Zeugen Jehovas habe ich hier ja schon geschrieben, daher nur kurz was zur gestrigen Massentaufe: Man mag von ihnen halten was man will, aber in Szene setzen können sie sich durchaus. Und sie wissen, wie sie in die Medien kommen: Eine Taufe vor 40.000 Leuten im größten Fußballstadion des Landes hat schon was. Allerliebst finde ich aber den Titel des abschließenden Vortrages „Wie man das Ende der Welt überlebt“. Wer weiß, vielleicht nennen die Zeugen Jehovas uns bald wieder ein Datum und wenn sie diesmal recht haben, schauen wir alle dumm aus der Wäsche, während sie mit dem Skriptum dieses Vortrages in der Hand durch die Ruinen stapfen…

 

Sehr interessant ist übrigens auch dieses Video, bei dem es um den Kongress selbst geht.

Ich stelle mal wieder eine Umfrage rein. Finde ihr es gut, dass die Zeugen Jehovas jetzt eine offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft sind in Österreich?

 

Meine Blogparade „Was muss sich in der Kirche ändern?“ ist vor kurzem zu Ende gegangen. Hiermit präsentiere ich die Beiträge der teilnehmenden BloggerInnen:

 

Sebastian schreibt in seinem Beitrag, dass die Menschen sich heute vor allem deswegen nicht mehr vermehrt an die Kirche wenden, weil die Kirche immer dann Anlaufstelle für die Leute ist, wenn es ihnen schlecht geht. Da die diversen Existenzängste von früher heute nicht mehr so evident sind (bevor jemand z.B. verhungern muss, greift der Staat helfend ein) und wenn es jemandem wirklich schlecht geht, neigt dieser jemand eher dazu zu fragen, wieso es eigentlich ihn/sie treffe (d.h. die Menschen fühlen sich von Gott dann verlassen). Sebastian meint auch, dass die Kirche nie ganz verschwinden wird, es geht ja immer wieder Menschen schlecht. Und den Gottesdienst sollte man wirklich etwas später ansetzen! ;)

Timo sieht das Problem vor allem darin, dass die Kirche selbst immer älter wird. Man sieht bei den Gottesdiensten und diversen anderen Veranstaltungen immer weinger Jugendliche. Einzige Ausnahme sind diejenigen, die wegen ihres Konfirmandenunterrichtes in die Kirche gehen MÜSSEN und die sieht man danach meistens nie wieder (eine Erfahrung, die ich nur bestätigen kann). Man muss versuchen, die Jugendlichen wieder mehr zu begeistern, um sie zu einer aktiven Teilnahme zu bewegen.

 

Thomas verortet das Hauptproblem an einer anderen Stelle. Er sagt, dass vor allem die extremen Formen der liberalen und der konservativen Kreise an der Situation schuld sind, da diese längst ihren eigenen Glaubenskrieg ausfechten und durch den ihnen eigenen Tunnelblick bereits jeglichen Sinn für Sachlichkeit verloren haben. Beide Gruppierungen bekämpfen (wenn ich Thomas richtig verstanden habe – ansonsten bitte ich um Korrektur!) die jeweils andere ohne zu erkennen, dass diese ihr jeweiliges Spiegelbild ist…

 Alper Iseri meint, dass viele Standpunkte der Kirche heute einfach nicht mehr zeitgemäß seien. Er spricht dabei ihr Verhalten gegenüber Verhütungsmethoden und das sehr zögerliche Verhalten des Vatikans, was den den sexuellen Missbrauch von Kindern betrifft. Die Kirche müsse schleunigst moderner und offener werden, denn sonst ist der massenhafte Rückzug junger Menschen aus ihr nicht mehr aufzuhalten.

 

MaharaniGeetaSingh vom Westaflex Weblog spricht auch einige Probleme an: So ist für ihn der Kirchenbeitrag ein absolutes Reizthema und auch, dass die Dogmen der Kirche vor allem aus Zureichtweisungen und dergleich bestehen, sagt ihm nicht zu. Es werden aber auch positive Aspekte (die Bergpredigt) erwähnt.

 

Ich muss sagen, wenn mich jetzt jemand fragen würde welcher Beitrag denn nun der beste sei, dann könnte ich nur antworten: „Ich weiß es nicht. Ich finde die schlichtweg alle gut.“ Und das wäre die reine Wahrheit. Leute, ihr habt wirklich sehr viele Dinge angesprochen, die sich in der Kirche ändern müssen. Einige Beiträge sind sicher auch kontrovers. So halte ich es für problematisch, dem Christentum die Taten des Nationalsozialismus und des Kommunismus so pauschal anzulasten, wie man es angeblich mit dem Islam und dem Terrorismus macht, Maharani!

 

 

Abschließend will ich noch den Beitrag von EinFragender aus der Kommentarsektion zitieren:

 

„Was sich an der Kirche ändern soll? Die Menschen in der Kirche sollen sich ändern. Man soll endlich aufhören Politik zu machen, man soll endlich aufhören sich Gedanken darüber machen was andere denken und endlich anfangen nur Jesus nachzufolgen. So wie es die ersten Christen getan haben.

Die Menschen in der katholischen Kirche die nur Jesus nachfolgen, haben auch kein Problem mit all der Hetze gegen Christen und mit all den Flügelkämpfen.

… und noch ein paar harte Sätz zum Schluß: Alle anderen – alle die Jesus nicht nachfolgen wollen – sollen sich überlegen wo anders hinzugehen. Damit will ich niemanden herausekeln, sondern nur zum nachdenken bringen. Denn jeder der meint es geht in der Kirche um was anderes als Jesus – liegt falsch.“

 

Übrigens: Meine andere Blogparade läuft noch bis zum 4. März!

Obwohl meine erste Blogparade noch läuft, möchte ich – aus Gründen der Aktualität – eine zweite starten.

Der Papst rehabilitiert Holocaustleugner, nach dem Einsatz von Christoph Maria Wagner als Weihbischof von Linz und dem darauffolgenden Aufstand der Krichenleute (80% aller Dechanten haben sich gegen Wagner ausgesprochen) kommt es in Österreich zu Massenaustritten, das Bild, welches Kirche derzeit abgibt ist kein gutes. Meine Frage für diese Blogparade lautet daher: Was muss sich an der Kirche ändern? Kann sich die Kirche überhaupt noch ändern? Oder liegt sie längst in ihren letzten Zügen ohne es richtig zu merken? Bitte postet die Links zu euren Beiträgen bis spätestens 28. Februar 2009 im Kommentarbereich dieses Artikels. Ich selbst werde meine Meinung erst nach Abschluss der Parade in einem eigenen Beitrag präsentieren.

derstandard.at

 Noch ein Artikel

ad 1) Ich würde als angehender Religionslehrer zwar NIE aus der Kirche austreten, aber wenn ich so etwas lese, dann kann ich die Leute, die genau das tun, immer besser verstehen. Durch die Einsetzung von weltfremden, erzkonservativen Spinner wie den Herrn Wagner als kirchliche Würdenträger, wird doch jeder noch so zarte Hauch von Kirchenmodernisierung bereits im Keim erstickt. Und diejenigen, welche sich tagtäglich für die Kirche engagieren stehen dann dumm da, weil sie mit solchen Leuten in Verbindung gebracht werden. Laut Weihbischof Wagner ist Harry Potter satanistisch & Naturkatastrophen wie der Tsunami natürlich nichts anderes als die Strafe Gottes! Wenn er den Angehörigen der Toten offen ins Gesicht spucken würde, dann wäre das wenigstens ehrlicher, als sie hinterrücks als „Sünder“ zu diffamieren! Einen solchen MAnn ein höheres Amt zu geben wird nur zu einem Ergebnis führen, nämlich zu einer Austrittswelle selbständig denkender Christen, die sich eine solche Behandlung vom Vatikan einfach nicht mehr bieten lassen wollen.

 

ad 2) Und wenn einem Wagner noch nicht reicht, um einen gesunden Brechreiz auszulösen, dann braucht man nur daran zu denken, dass Papst Benedikt XVI nur ein paar Tage vorher eine Gruppe von Holocaustleugnern rehabilitiert hat. Sein direkter Vorgänger, JOhannes Paul II, wäre bei so einer Aktion vor Schamgefühl implodiert und der hat nichts besseres zu tun, als dem eigentlichen Volk Gottes (ja, das sind die Juden!) gegenüber durch diese Aufhebung einer gerechtfertigten Exkommunizierung seine Missachtung auszudrücken!

 

Und falls euch das auch noch nicht reicht, dann klickt euch mal durch diesen Blog.

Ich war am 14. Dezember mit dem Pastoralassistenten meiner Heimatpfarre und unserer Gruppe von Firmlingen (ich helfe bei der Firmvorbereitung mit) bei einer „Find-Fight-Follow“ Jugendmesse in Wien. Ich kann euch nur sagen, so eine Messe habe ich echt noch nie erlebt! Beschreiben kann ichs ehrlich gesagt nicht, schaut euch am besten die Videos und Fotos auf der Homepage an: Find-Fight-Follow Was haltet ihr von dem Konzept? In mir hat FFF jedenfalls einen neuen Fan gefunden, ich gehe sicher wieder hin!

Der Vatikan vertritt die Meinung, dass gemischte Ehen zwischen Christen und Muslimen nicht zu fördern sind. Der muslimische Ehepartner würde nach einigen Jahren versuchen, „zu seinen Wurzeln zurück zu kehren“, so Bischof Mariano Crociata, der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz. Dies könne oft dramatische Folgen für etwaige Kinder haben. Der Bischof empfiehlt außerdem, dass Personen unterschiedlicher Religionen, die dennoch eine Ehe schließen wollen, eine besonders „weise Begleitung“ erhalten sollen. Wie diese Begleitung genau aussehen sollen, war leider nicht zu erfahren.

In Italien ist die Zahl der „religiös gemischten Ehen“ im Vergleich zum Begin der 90er Jahre um 300% gestiegen, derzeit leben dort ungefähr 600.000 Paare bei denen ein Partner nicht italienisch ist. Die Anzahl der Kinder dieser Paare hat sich um 22% Prozent erhöht.

Bevor jetzt alle „Da sieht wohl jemand seine Felle davonschwimmen!“ oder „Die alten Säcke sollen ruhig sein!“ schreien, lasst euch doch mal folgendes durch den Kopf gehen: Kann es sein, dass der Vatikan mit seiner Aussage nicht doch ein klein wenig richtig liegt? Dass eine solche Ehe problematisch werden kann liegt doch aus eben den genannten Gründen auf der Hand, da die Kultur eben eine ganz andere ist. Nur: Der Vatikan leidet mal wieder an selktiver Wahrnehmung, denn das genau dies auch eine Bereicherung sein kann, sehen die honorigen Herren in den schicken Festgewändern natürlich nicht. Und dass solche Ehen es nicht wert sind unterstützt zu werden, ist schlicht und ergreifend falsch. Das Ergebnis ist, dass wieder einmal eine zum Teil durchaus richtige Aussage des Vatikan mit einem Kopfschütteln abgetan werden wird, weil die Kirche es nicht schafft, sich zu öffnen.

Seit Freitag letzte Woche ist es endgültig fix: Ich werde mich vom 19. bis zum 22. Dezember ins Stift Heiligenkreuz bei Wien begeben, um dort am „Grundkurs Spiritualität“ teilzunehmen. Dabei werde ich nicht nur dort übernachten (dürfen), sondern auch am Chorgebet teilnehmen, mit den anderen Teinlnehmern arbeiten, etc… Jedenfalls bin ich schon sehr gespannt darauf (und ihr, liebe Leser, dürft euch schon auf ein detailliertes tagebuch über diese Zeit freuen, wenn ich wieder zurück bin).

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