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Anhand dieses Videos möchte ich mit euch mal durchexerzieren, wieso so viele vor allem junge Leute auf diese Politversion des Rattenfängers hereinfallen.
Zum Einen schafft er es als einziger von unseren PolitikerInnen so etwas wie wie jugendlichen Elan zu vermitteln. Man kann von seinen Positionen halten, was man will: Er wirkt einfach nicht so verstaubt wie es ungefähr 90% der österreichischen Verantwortlichen im Parlament tun. Sowas kommt bei den jungen Leuten halt einfach an und es wirkt bei ihm auch ziemlich glaubhaft.
Außerdem hat er von Jörg Haider sehr viel gelernt, OHNE ihn gleich zu kopieren. Die Angriffsrhetorik ähnelt zwar sehr stark einem Haider in Hochform, aber Strache hat es geschafft, sich vom bloßen „Haider-Klon“ zu einer „eigenständigen Persönlichkeit“ zu entwickeln. Auch das merkt man sehr stark.
Das soll keine Entschuldigung sein, aber zumindest der Ansatz einer Erklärung. Ich meine, wen würdet ihr denn lieber Wählen: Jemanden, der ca. dreimal so alt ist wie ihr selbst (und dabei aussieht, als wäre er in Wahrheit sechsmal so alt)? Oder doch jemanden, der euch glabuhaft vermitteln kann, dass er mit euch auf einer Wellenlänge liegt?
Strache hat alles, was er von Haider gelernt hat, in eine für ihn perfekte Form gegossen und er hat kapiert, dass geschicktes Marketing in der Politik schon sehr viel mehr als nur die halbe Miete ist.
Und warum zum Teufel können die anderen PolitikerInnen das nicht?
Der blaue Planet auf Badcomics. Ich verlinke sonst ja nicht so oft auf meinen Zweitblog, aber hier passt es gerade sehr gut, denn dieser Comic ist wirklich ein großer Haufen Scheiße!
Und jetzt rätseln natürllich alle und fragen sich: Wieso will denn der Strache die Türken nicht, aber die Russen schon? Dabei ist die Löung doch ganz einfach: Der Strache mag die Russen im Prinzip genauso wenig wie die Türken, aber er braucht sie für seinen Wahlerfolg, wenn er irgendwann einmal Kanzler werden will. Der Strache will nämlich Österreich ganz gezielt mit Russenmafiosi überschwemmen, damit wir Österreicher alle Angst kriegen, und ihm, der uns ja nur vor den bösen bösen Ausländern beschützen will, bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit geben. Ist doch logisch, oder?
(Und natürlich wäre es ein angenehmer Nebeneffekt, wenn jederzeit ein russiischer Killer greifbar wäre, um etwaige kritische Journalisten verschwinden zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Armin Wolf sollte sich schon einmal nach einem Bodyguard umsehen…)
Wenn ich mir die politischen Debatten der letzten Wochen vor dem EU-Wahlkampf so anschaue, dann muss ich folgendes feststellen: In der Politik macht sich schön langsam eine Art von Respektlosigkeit gleich, die mir absolut nicht gefällt. Ein gutes Beispiel dafür ist ja der Streit zwischen dem dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant. Graf hatte Muzicant ja vor einiger Zeit als „Ziehvater des Linksterrorismus“ bezeichnet, weil Muzicant H.C. Strache, auch nicht sehr charmant, mit dem Propagandaminister des dritten Reiches, Joseph Goebbels, verglichen hatte.
Wenn man sich die Wahlkampfplakate anschait und manche Wahlkampfreden anhört (und zwar nicht nur die der FPÖ), dann fällt einem auf, dass die Parteien (bis auf die Grünen – die schlagen ja wie üblich gleich ins andere Extrem um) mit Immigranten jetzt wohl generell unfreundlicher umspringen. Das liegt wohl auch daran, dass die beiden Großparteien glauben, man könne nur mit bedingungsloser Anbiederung an den rechten Rand verhindern, dass man Stimmen an FPÖ und BZÖ verliert, schließlich hat diese Taktik ja früher auch schon so gut funktioniert (Achtung Ironie).
Generell kann man feststellen, dass statt politischer Argumente immer öfter von allen Seiten Beleidigungen der Konkurrenz kommen. Und das beunruhigt mich.
Ich hab ja echt lange versucht, nichts zu Straches mit religiösen Symbolen angereicherten Wahlkampf zu sagen. Ganz ehrlich: Ich halte es nicht mehr aus, wenn ich noch länger ruhig bin, explodiere ich noch. Ich versuche mich dennoch kurz zu fassen.
Es gibt einen guten Grund dafür, warum Religion und Politik fein säuberlich voneinander getrennt sind. Ganz egal, wo man es mit so etwas idiotischem wie „Abendland in Christenhand“ ernsthaft probiert hat, kam eben nicht das Paradies auf Erden raus, sondern eine auf solche Kleinigkeiten wie Menschenrechte scheißende Tyrannei. Das scheint bei Religionen generrell etwas Systemimmanentes zu sein, hängt wohl mit dem absoluten Wahrheitsanspruch zusammen. Dass Strache, wenn er sich als der Wächter eines heiligen Tempels aufspielt, nicht besser ist als beispielsweise die Taliban, liegt dabei auch auf der Hand, denn seien wir doch mal ehrlich: Die meisten islamischen Gottesstaaten benutzen die Religion doch nur als Deckmäntelchen, damit der Rest der Welt nicht sofort erkennt, dass es sich bei ihnen auch nur um „ganz gewöhnliche“ menschenverachtende Diktaturen handelt. Und Strache propagiert mit „Abendland (was ist das eigentlich, dieses Abendland, außer ein künstliches Konstrukt?) in Christenhand“ eben eine christliche Diktatur. An dieser Stelle sei übrigens noch erwähnt, dass sich selbst der sonst eher zurückhaltende Kirchenrat ganz klar gegen diesen Missbrauchs ihrer (und meiner) Religion ausgesprochen hat.
Jedenfalls kotzt mich dieser Wahlkampf für hirnamputierte Vollidioten, den dieses Mal anscheinend alle Parteien, die zur EU-Wahl antreten, betreiben, ganz besonders an. Denn die anderen Spitzenkandidaten bezeichnen Strache zwar als „Hassprediger“, nur unternehmen wollen aktiv gegen seine Ausfälle nichts. Und das finde ich fast noch schlimmer.
An dieser Stelle gibts von mir noch einen Hinweis auf den Videocast von Standard-Journalist Robert Misik:
Kennt ihr das hier schon? Ich will ja schließlich nicht der einzige Comicfan sein, dem dabei das Kotzen kommt.
(Dass H.C. Strache sich mit Superman ausgerechnet nen außerirdischen Immigranten als Vorbild für seine Comics genommen hat, tut ihm sicher heute noch weh!)
Kennt ihr schon Joe? Nein? Dann wirds aber Zeit.
Joe ist derzeit eines der zentralen Wahlkampfthemen im Kampf um die Nachfolge von George W. Bush. Viel Spaß beim Lesen!


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