Nachruf auf Boris Jelzin


Boris Jelzin ist heute im Alter von 76 Jahren gestorben. Mit ihm geht ein Mann von uns, der einen großen Beitrag zur Entwicklung der Geschichte geleistet hat, und zwar durch große Taten, aber auch durch große Fehler.

Unvergessen sind seine Stellungnahme für die Freiheit, als Putschisten einen Umsturz gegen Gorbatschow versuchten und er sich im russischen weißen Haus verschanzte, das von der Bevölkerung gegen Angriffe der Putschisten erfolgreich verteidigt wurde. Von da an war der Machtverfall der KPDSU und damit einhergehend die Auflösung der Sowjetunion nicht mehr aufzuhalten.

Seine Zeit als Präsident war (seine Alkoholprobleme ausgenommen) vor allem von drei Dingen geprägt: der Suche Russlands nach einer neuen nationalen Identität, Korruption und dem ersten Tschetschenienkrieg. Das LAnd stürzte unter ihm in eine große wirtschaftliche Krise (das BSP hat sich innerhalb von ein paar Jahren halbiert) und seine Wiederwahl gewann er gegeden kommunistischen Kandidaten Sjganow nur aufgrund der massiven Hilfe russischer Wirtschaftsoligarchen (die habe sich auf die Tour gleich mal zusichern lassen, dass dann bei verschiedenen fragwürdigen Aktionen von ihnen ein Auge zugedrückt wurde). So wird Jelzin bis heute mit einigen äußerst fragwürdig abgelaufenen Privatisierungen in Russland in Verbindung gebracht.

Mit dem ersten Tschetschenienkrieg wurde zudem ein Konflikt losgetreten, der bis heute noch nicht gelöst werden konnte.

Zu Jelzin als Politiker habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits ist der Konflikt in Tschetschenien immer noch in vollem Gange, aber andererseits hat er vielen Menschen die Freiheit geschenkt. Gleichzeitig ließ er sein Land aber verfallen.

Nicht vergessen sollten die Menschen folgenden Satz von ihm, den er sagte, als sein Nachfolger Putin als Reaktion auf die Geiselnahme 2004 in Beslan seine Vollmachten ausweitete und damit die Freiheit der Menschen in vielen Bereichen einschränkte:

„Ein Unterdrücken der Freiheit und eine Rücknahme demokratischer Rechte bedeuten einen Sieg der Terroristen.“

Diese doch sehr simple Wahrheit sollten wir uns im Angesicht des Terrors immer vor Augen halten. Mit der Unterdrückung demokratischer Rechte spielen wir den Terroristen direkt in die Hände.

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