Sind Computerspiele gewaltfördernd?

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Diese Frage wird ja immer wieder gerne in den Medien diskutiert. Das kriminologische Institut in Niedersachsen hat jetzt eine sehr umfassende Studie veröffentlicht, die besagt, dass Computerspiele sehr wohl gewaltfördernd sein sollen. Nicht weniger als 19.000 Jugendlich wurden hierfür befragt. Der Grundtenor dieser wissenschaftlichen Studie ist folgender: Bei Kindern und Jugendlichen mit zerrütteten Familienverhältnissen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie gewalttätig werden, als bei Kindern und Jugendlichen, die in geordneten Verhältnissen aufwachsen. Sollten diese gewalttätigen Jugendlichen dann auch noch im Besitz von Spielen wie „Counterstrike“ oder „GTA: San Andreas“ sein, dann ist der Fall für die Durchführer dieser Studie klar: Hier sind die Computerspiele daran schuld! Und natürlich nicht der prügelnde Vater/die schlagende Mutter!  Ich finde es bezeichnend für die in dieser Diskussion immer wieder vorkommende Scheinheiligkeit, dass hier in den Computerspielen ein Schuldiger gesucht wird, dem man bequem alles in die Schuhe schieben kann. Und schon schreien die Moralapostel wieder nach Verboten die sinnlos sind, da man in der heutigen Zeit so gut wie alles durch das Internet bekommen kann.

Altersfreigaben sollten eine genügende Kontrollmaßnahme sein. Wieso kommt eigentlich niemand auf die Idee, ein Gesetz einzuführen, das besagt, dass von Kindern und Jugendlichen  im Zweifelsfall an der Kasse ein Ausweis zu verlangen ist, um ihr tatsächliches Alter feststellen zu können? Dieses Gesetz könnte vom Konsumentenschutz kontrolliert werden und bei Nichtbefolgung müssten die Verantwortlichen eine saftige Geldstrafe bezahlen. Beim Thema Alkohol wird dies doch auch ähnlich gehandhabt, wieso sollte es hier nicht auch funktionieren?

Die Diskussion um angeblich gewaltfördernde Computerspiele zeigt jedenfalls, wie manche Menschen immer wieder verzweifelt vertuschen möchten, dass etwas in unserer Gesellschaft nicht stimmt. Schuld daran sind viele Faktoren, aber diese offensichtliche Suche nach einem unschuldigen Sündenbock entlarvt mehr als sie verdeckt.

Quelle (die übrigens auch ein gutes Beispiel dafür ist, wie man in der Sache mit Andersdenkenden umgeht, siehe Kritik an der FH Köln):

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