Tibet & Burma


China will in Tibet ungefähr 100.000 tibetische Nomaden umsiedeln lassen. Die Nomaden sollen ihre traditionelle Lebensweise aufgeben und sich in Städten niederlassen, weil ihre derzeitige Art zu leben die Umwelt schädige.

Bereits bis zum Jahresende sollen ungefähr 60.000 Tibeter in neue Städte in Qinghai zwangsumgesiedelt werden. Bis zum Jahr 2010 wird dann auch der Rest nachfolgen. Greenpeace hat – so wie auch chinesische Wissenschaftler – schon vor einiger Zeit davor gewarnt, dass die Quellgebiete der großen Flüsse dort gefährdet sind. Was im Bericht des Wissenschaftlers Xinhua allerdings fehlt, ist folgendes: China will am Gelben Fluss (Huanghe) einige riesige Industriestädte errichten, was von Seiten der Umweltschützer ebenfalls für eine nicht zu unterschätzende Gefahr gehalten wird.

So macht die chinesische Regierung sich die Sorgen um die dortige Umwelt zunutze, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Dass die dortigen Flussquellgebiete durch den Städtebau wahrscheinlich noch mehr gefährdet werden, wird von den Verantwortlichen nicht einmal verschleiert, da sie dafür sowieso mit keinerlei Konsequenzen rechnen müssen.

Das eigentliche Hauptziel Chinas in diesem Gebiet ist aber ein anderes, nämlich der – vom Dalai Lama völlig richtig als solcher bezeichnete – kulturelle Völkermord an den Tibetern, der schon seit Jahrzehnten durch die Ansiedlung von Han-Chinesen in Tibet vorangetrieben wird. Die UNO & der Rest der Welt – der dieses Land ohne den Dalai Lama schon längst vergessen hätte – schaut dabei ebenso tatenlos zu, wie bei den Geschehnissen in Burma.

Dort werden die Geschehnisse immer schlimmer. So berichtet die FAZ von Blutlachen in menschenleeren Klöstern, dass bis zu 4000 Mönche der Militärjunta in die Hände gefallen und hunderte von ihnen im Gefängnis offenbar in einen Hungerstreik getreten sind.

<><>Und was macht die UNO? Sie schickt – da China und Russland eine schärfere Reaktion verhindert haben – lediglich einen Sonderbeauftragten, der erst am Tag seiner Abreise beim Führer der Militärjunta vorsprechen durfte. Alles was über eine Aufforderung, „präzise und nachvollziehbare Angaben über die Zahl der Todesopfer“ vorzulegen hinausgeht, ist von der UNO bereits zuviel verlangt.

<><>Wenn noch jemand einen Beweis für die Handlungsunfähigkeit der UNO brauchte: Spätestens seit dem beginnenden Bürgerkrieg in Burma kann man diese Tatsache täglich in den Medien beobachten. China ist direkt (Tibet) und indirekt (Burma) an zwei humanen Katastrophen beteiligt und dennoch muss weder China noch die Militärjunta eine ernsthafte Reaktion der UNO befürchten.

Siehe auch: Vienna.at

Oder: ORF.at

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