AIDS-Gel interessiert Pharmaindustrie nicht


ORF.at

Manchmal frage ich mich schon, in welcher Welt wir eigentlich leben…

Besonders schockiert hat mich die anscheinende Begründung:

„Die potenziellen Konsumenten eines Medikaments gegen HIV sind die ärmsten Menschen dieses Planeten“, sagte Wirkstoff-Entwickler Olivier Hartley von der Abteilung strukturelle Biologie und Bioinformatik der medizinischen Fakultät gegenüber der dpa. „Die Kaufkraft dieser Menschen ist gering, deshalb ist die Industrie nicht interessiert.“

 

Klar, man kann kein Geld damit machen, deshalb lassen sie die Leute lieber verrecken. Was für eine Scheißeinstellung!!!

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. (Auch wenn man die Comments direkt anklickt, muss man ewig scrollen – zumindest, wenn amn der erste Kommentator ist. Ich finde dieses Theme blöd!)

    Ein bisschen polemisch erscheint mir die Begründung dieses Forschers schon… Ich glaube auch eher, dass hier die Forschungsergebnisse einfach nicht überzeugend genug waren, um weitere Versuche zu rechtfertigen, denn welche Pharma-Firma würde sich denn DIESES Geschäft entgehen lassen? Sie verkaufen das Zeug doch nicht dirket an die Armen in Afrika und Asien, sondern an Regierungs- und Entwicklungsorganisationen! Die würden sich dieser Verantwortung wohl kaum entziehen können – stellet Euch einmal vor, Bayer ginge mit der Mitteilung an die Presse, sie hätten ein Schutzmittel gegen AIDS, das sie herstellen könnten, aber erhielten keine Aufträge dafür!

    Überhaupt: Der Imagegewinn eines Konzerns, der sich auf die Fahnen heften kann: „Wir haben AIDS gestoppt!“ wäre dermaßen gigantisch, das kann gar kein Entscheidungsträger übersehen…

    Ich fürchte, was dieser Forscher da gesagt hat, das klingt erst einmal gut (denn wir sind ja alle gerne bereit zu glauben, dass Geldgier wieder einmal Menschenleben ksotet, was ja auch nur zu oft der Fall ist), und das prinzipielle Problem einer Arzneimittelindustrie, die nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten muss, besteht natürlich durchaus, aber in diesem Fall gehe ich doch erst einmal von heißer Luft aus.

  2. Udo sagt:

    Gleich von heißer Luft würde ich nicht ausgehen. Man sollte einfach eine ernsthafte Studie starten und sehen, was dabei rauskommt. Zumindest eine faire Chance sollte man den Leuten geben. Denn was könnte denn schlimmeres rauskommen, außer dass das Gel halt nichts bringt?

  3. Udo sagt:

    (Das Theme wird aber relativ oft benutzt und ich finde diesen Nachteil jetzt nicht sooo schlimm. Ich hoffe, das hält dich nicht davon ab, hier weiter zu posten! ;))

  4. Studien, bei denen heraus kam, dass Wirkungen am Menschen nicht nachgewiesen werden konnten, gab es ja schon einige, wie man dem verlinkten Artikel entnehmen kann. Irgendwann ist aber auch der Moment gekommen, zu dem man einem Forsche, der sich verrant hat, sagen muss: „Du, das Zeug funktioniert einfach nicht, egal wie oft Du es testest.“ So lange eine relaistische Hoffnung darauf besteht, das Mittel zur Marktreife zu bringen, würde doch kein Unternehmen hier siene Unterstützung versagen – das ergibt einfach keinen Sinn!

  5. besucher sagt:

    Der Autor des ORF-Textes macht es sich ein wenig einfach mit der Begründung, weshalb angeblich die Pharmaindustrie kein Interesse zeige. Er erwähnt z. B. mit keinem Wort, dass klinische Studien nebst Geld auch Genehmigung und Probanden benötigen. Ob man ’s glaubt oder nicht: Ethik spielt im Genehmigungsverfahren eine wesentliche Rolle. Den zuständigen Gremien sind die bisherigen Erfahrungen mit Mikrobioziden gegen HIV-Infektionen nicht verborgen geblieben. Die Probanden wiederum müssten fairerweise auf die bisherigen Erfahrungen hingewiesen werden. Würden Sie an der Studie teilnehmen? Ich nicht.

    Aber nehmen wir an, die Genehmigung sei erteilt worden, es hätten sich Probanden gefunden, die Tests seien erfolgreich verlaufen, und man könne das Gel billiger abgeben als Kondome, also gratis. (Kennen Sie einen Pharmakonzern, der sich eine solche Politur fürs Image entgehen lassen würde?) Dann wären wir bei der Alltagstauglichkeit: Darf die Lagertemperatur z. B. 5 °C unter- und 40 °C überschreiten? Nein? Pech für Afrika. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die soziale Akzeptanz größer ist als für Kondome? (Insbesondere in Gesellschaften, in denen die Scheide beim Geschlechtsverkehr möglichst trocken sein soll.) Falls sie eher gering ist: Wie diskret lässt sich das Gel aufbewahren und vor allem: applizieren? Wie viel Zeit darf zwischen Applikation und Geschlechtsverkehr liegen? Muss man für einen zuverlässigen Schutz das Gel lückenlos auf die Vaginalhaut auftragen? Wenn ja: Wie einfach lässt sich das im Alltag bewerkstelligen, z. B. für infibulierte Frauen oder für Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr? Etc. pp.

    Das Problem in Ländern mit hoher HIV-Infektionsrate ist nicht das Fehlen einer Präventionsstrategie. Die gibt es ja seit vielen Jahren. Das Problem besteht aus Aberglauben und Ignoranz. Was man wohl erreichen könnte, wenn man den finanziellen und personellen Aufwand für Entwicklung, Zulassung, Herstellung und Vertrieb irgendwelcher Präventionsgels dazu verwendete, diese Vorstellungen durch Faktenwissen zu ersetzen und die soziale Akzeptanz von Kondomen zu verbreiten?

  6. Udo sagt:

    Ok, da habt ihr beide allerdings nicht ganz unrecht…

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