Blogparade: Bücher, die das Leben bereichern


Dies ist mein erster Versuch einer Blogparade 

Bücher, die das Leben bereichern – auf die eine oder andere Weise.

In dieser Blogparade soll jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin ein oder mehrere Bücher vorstellen, von dem er oder sie behauptet, es hätte sein Leben in gewisser Art und Weise geprägt und sie oder ihn dazu gebracht, über das Thema etwas länger (vielleicht sogar bis zum heutigen Tag) nachzudenken. Ob es sich dabei um einen Roman, einen Gedichtband oder ein Sachbuch handelt, ist genauso egal, wie das Thema des Buches. 

 

Mein Buch wäre „Todesmarsch“ (Originaltitel: „The Long Walk“) von Richard Bachman alias Stephen King. In „Todesmarsch“ wird die Geschichte eines 17jährigen Jungen erzählt, der in Amerika in der nahen Zukunft lebt. Die USA haben sich in einen totalitären Staat verwandelt, der auch vor der Verschleppung von Regimegegnern nicht halt macht.  Das Militär, das die absolute Kontrolle im Land übernommen hat, veranstaltet jedes Jahr einen Marsch, an dem hundert Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren teilnehmen dürfen, von denen nur einer überleben wird. Dieser Marsch wird von einem Mann überwacht, den alle nur den „Major“ nennen. Die Regeln dieses Marsches sind sehr einfach: Sollte jemand viermal in Folge sein Schritttempo unter 4 Meilen pro Stunde verlangsamen, wird er erschossen (dreimal wird derjenige nur verwarnt). Dies geht so lange, bis nur noch ein Teilnehmer übrig ist. Diesem Teilnehmer werden dann für den Rest seines Lebens alle Wünsche von den Augen abgelesen. Die Zeitspanne, in der sich die Handlung abspielt, beträgt 105 Stunden, das Buch beginnt eine Stunde vor dem Marsch und endet mit dessen Ende.

Der Protagonist der Geschichte ist ein Teilnehmer namens Garraty. Eigentlich wird nie so wirklich klar, warum Garraty bei diesem Wahnsinn dabei ist (weil es ihm wahrscheinlich selbst nicht klar ist). Vor langer Zeit hat das Militär seinen Vater abgeholt und seither lebt er allein mit seiner Mutter. Ab dem Moment, in dem der Marsch beginnt, konzentriert sich die Handlung des Buches nur noch auf dieses Ereignis. Geschehnisse, die außerhalb des Marsches stattfinden werden nicht erwähnt, dafür werden die Vorgänge in Garraty und den anderen Teilnehmern in allen Einzelheiten geschildert. Abgesehen davon ,dass die Ausgangslage (gehen um nicht zu sterben) schon einem gewaltigen Konflikt gleichkommt, findet der Hauptkonflikt des Buches zwischen Garraty und einem anderen Teilnehmer namens Stebbins statt. Stebbins gibt Garraty (und damit dem Leser) von Anfang an Rätsel auf. Garraty empfindet von Hass, über Liebe bis hin zu Mitleid so ziemlich alles für Stebbins. Dass Stebbins schließlich enthüllt, dass er der Sohn des „Majors“ ist, passt da hervorragend ins Bild.

Das Ende des Buches lässt viel Spielraum für Interpretationen. Nach Stebbins Tod, will der Major Garraty zum Sieg gratulieren. Doch der sieht, dass ihm aus weiter Entfernung eine Gestalt zuwinkt und fragt scih, welchen Läufer er denn noch nicht besiegt habe. Garraty geht weiter. Als man ihn zurückhalten will, findet er sogar noch einmal die Kraft, zu rennen… (wobei sich mir folgende Frage stellt: war da wirklich noch jemand, oder hat Garraty einfach nur den Verstand verloren?)

 

Dieses Buch habe ich mittlerweile ungefähr 8mal gelesen. Herauszuheben ist die ungewöhnliche Vollständigkeit, mit der King jedes noch so kleine Detail des Marsches schildert. Man hat nach dem Lesen das Gefühl, wirklich jedes wichtige Ereignis im Buch genauestens zu kennen. So gibt es zwar manchmal kleinere Zeitsprünge und Rückblenden, die aber extrem kurz gehalten wurden und die zweitens für den Fortgang der Geschichte nicht von Bedeutung sind. Bemerkenswert ist auch, dass Stephen King sich jeglichen offensichtlichen kritischen Seitenhieb auf Politik oder Gesellschaft verkneift. In dieser Hinsicht findet man maximal einige indirekte Andeutungen, es ist vielmehr so, dass sich dem Leser durch die Geschichte als ganzes ein sehr dystopisches Bild von der Zukunft der Welt erschließt (Diese pessimistische Grundhaltung teilt „Todesmarsch“ mit „Running Man“, einem weiteren Buch von Stephen King – und nein, der Schwarzenegger-Film „Running Man“ ist als Buchverfilmung absolut nicht zu gebrauchen!!). Was ich mich beim Lesen des Buches auch immer wieder gefragt habe, war, wie ich wohl selber in einer so dermaßen ausweglosen Situation reagieren würde (Antwort: Keine Ahnung, ich will es auch gar nicht wissen!).

 

Fazit: Lest unbedingt dieses Buch! Das THema ist sehr ungewöhnlich und wurde sehr spannend umgesetzt!

 

 

Bittet postet die Links eurer Beiträge zu dieser Blogparade bis einschließlich 4. März im Kommentarbereich dieses Artikels. Die geposteten Links werden dann danach von mir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst und kommentiert.

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26 Kommentare Gib deinen ab

  1. „Das beste Buch der Welt zu Glück und Realitätsgestaltung“ lautet der Titel meines Beitrages. Ich habe ihn gerade erst vor ein paar Tagen über ein Buch geschrieben, dass mein Leben geradezu revolutioniert hat. Insofern passt diese Blogparade wie die Faust aufs Auge!

    http://www.erfolgdurchglueck.de/blog/?p=105

  2. Boff sagt:

    Super Idee, auch wenn ich nicht mitmachen werde. Bin aber gespannt, was für Bücher, Gedanken und Gefühle dabei herauskommen.

  3. Udo sagt:

    Ich auch. UNd falls du es dir anders überlegst: Dein Beitrag ist herzlich willkommen! 😉

  4. Tari sagt:

    Ich schrieb zufällig über ein Buch, welches ich gerade zu Ende gelesen hatte als du deine Blogparade gestartet hast. Deswegen schließe ich mich mit diesem Artikel an: http://tari-design.de/wordpress/2009/02/06/der-schein-truegt/

  5. also ganz pauschal fallen mir die „Aphorismen zur Lebensweisheit“ von Schopenhauer ein; dann noch „Homo Faber“ von Max Frisch und „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Th. Mann. Ach ja, „Mein Leben“ von Marcel Reich-Ranicki war auch sehr ergiebig;)

  6. Udo sagt:

    Na dann schreib was zu einem der Bücher! 😉

  7. Daniel sagt:

    Mein Beitrag zur Blogparade:
    http://www.shredder-blog.com/article-27739575.html

  8. Jens Schwartz sagt:

    Mein Beitrag zur Blogparade:

    http://jensschwartz.wordpress.com/2009/02/12/blogparade-bucher-die-das-leben-bereichern/

    Lebe lang und in Frieden wünscht
    der Jens

  9. Thomas sagt:

    Der Beitrag von SchönerDenken zur schönen Blogparade: http://schoener-denken.de/blog/index.php/buch/

  10. Hanz Zwittel sagt:

    Hallo zusammen,

    da ich selbst auch schon mal trödele, ist meine Buch-Empfehlung eine Erleuchtung 😉

    Hans

    http://www.westaflex-forum.de/blogparade-lebensbereichernde-buecher/

  11. Berni sagt:

    und hier kommt mein Beitrag zur Blogparade.

    http://www.mairinger.net/2009/mein_lieblings_buch/

    Alles Gute
    Servus, Berni

  12. Udo sagt:

    Ich sehe schon, diese Blogparade war keine schlechte Idee. Nur weiter so, ein paar Tage läuft sie ja noch!

  13. Pengoblin sagt:

    Hallo,

    kurz vor knapp noch ein Beitrag von mir – meine Hineinwanderung in die lebenslang geliebten Buchstabenwelten der Phantastik

    http://schoener-denken.de/blog/index.php/pengoblins-leseliste/#more-1233

    Liebe Grüße,

    Pengoblin

  14. Ute sagt:

    Sieht nicht so aus, als sei der Trackback angekommen. Dann eben manuell der Hinweis auf meinen Beitrag:
    http://www.utele.eu/blog/nachdenkliches/buecher-die-das-leben-bereichern-millennium-trilogie
    zu deiner guten Idee einer Blogparade.

  15. Udo sagt:

    Doch doch! Ich musste ihn nur freigeben (hatte mal Probleme mit Spam, deshalb ist es so eingestellt, sorry!)

  16. Ute sagt:

    Kein Problem, Spamlinks sind schlimmer. 😉

  17. Tari sagt:

    Hallo Udo,

    hast du die Parade schon ausgewertet?

    1. Udo sagt:

      Verdammt, das hab ich verschwitzt! Mach ich morgen, versprochen!

      1. Tari sagt:

        Macht ja nix 🙂 Bei mir steht auch noch was zum auswerten aus… *immer vor mir herschieb* *schäm*

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