Landtagswahl in Kärnten


Ich habe ja extra bis zum Ende des Wahlkampfes gewartet, bevor ich meninen Senf zur Landtagswahl in Kärnten und insbesondere zum Wahlkampf des BZÖ abgebe. Ich will auf den ewig gleichen xenophoben Scheißdreck, den Dörfler, Scheuch, Petzner und Co. auch gar nicht verstärkt eingehen und nur ein paar der Höhepunkte herausstreichen. Den Negerwitz vom Dörfler fand ich ehrlich gesagt gar nicht einmal soooo extrem rassistisch. Dass er ihn erzählt hat, zeugt aber von einer beinahe grenzenlosen Dummheit. Jedem Menschen mit mehr als zwei Gehirnzellen hätte klar sein müssen, wie die breite Öffentlichkeit diesen Schmäh von Dörfler auffassen würde. Dass er sich dann auch noch so ablichten lässt, setzt dem ganzen allerdings die Krone auf.

Was ich auch immer wieder lieb finde, ist die ewige Forderung nach Pietät im Zusammenhang mit dem Tod von Jörg Haider. Dabei stellt sich mir folgende Frage: Wie beurteilt ihr, meine lieben BZÖ-Fans, so etwas wie von der Politik vorgetäuschte spontane Volkstrauer? Auf eure Antworten wäre ich in diesem Fall echt neugierig!

Zum Schluss noch meine Prognose für den Sonntag: Das BZÖ wird einige Prozent an Stimmen verlieren (etwa 2-3%), seine Nummer 1 Position aber klar halten. Die SPö wird leicht dazugewinnen, die ÖVP stagnieren und die Grünen den Einzug in den Landtag knapp schaffen. Dass das BZÖ die NUmmer 1 bleibt, wird vor allem daran liegen, dass viele Menschen ihre Stimme „In Memoriam Jörg Haider“ abgeben werden. Ob das BZÖ auch ohne seinen Mentor überlebensfähig ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

 

 

P.S.: In Salzburg wird wohl alles beim Alten bleiben.

4 Kommentare Add yours

  1. Rassismus ist im Wesentlichen eine Frage der Intention. Dieser uralte Witz hier ist überhaupt nicht rassistisch, Punkt! Wenn ihn aber ein Mitglied des BZÖ in einer solchen Situation erzählt, dann steht er natürlich in einem bestimmten Kontext.

    Ich MAG politisch inkorrekte Witze. Ich kannte da mal ein paar ziemlich bösartige antijüdische Witze. Ratet mal, woher? Ich hatte ein paar Jahre beim TuS Makkabi Volleyball gespielt, in einer größtenteils jüdischen Mannschaft. (Und wenn ich „größtenteils jüdisch“ sage, meine ich damit, dass die „Weihnachtsfeier“ des Vereins in einer Synagoge stattfand, weil mehr als zwei Drittel der Anhänger des Vereins jüdischen Glaubens waren.) Und diese Witze haben mir die Juden erzählt…

    Wer darf welche Witze erzählen? Dürfen Juden antijüdische Witze erzählen? Dürfen es Nichtjuden? Dürfen es Neonazis?

    Ob ein Witz angemessen ist, ist eine Frage des Kontextes. Ob er rassistisch ist, ist eine Frage der Intention. Wenn man einfach nur automatisch auf Schlüsselwörter reagiert, dann hat das nichts mit politischer Sensibilisierung zu tun, sondern nur mit Zensur.

    Toleranz und Akzeptanz Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit ist keine Frage eines simplen richtig/falsch Schemas. Man kommt nicht umhin, sein Gehirn einzuschalten.

    Das Faszinierende an diesem Vorfall ist, dass er (ausnahmsweise – ich bin sicher, da gibt es andere Vorfälle!) tatsächlich nicht den Rassismus von Herrn Dörfler bezeugt – wohl aber dessen diplomatische (und damit auch politische) Inkompetenz! Er hat einen, für sich genommen, in jeder Beziehung harmlosen Witz gemacht. Damit wollte er ausdrücken (was ich bestätigen würde): Es muss auch erlaubt sein, solche Witze zu machen, ohne als rassistisch zu gelten.

    Das kann er aber nicht als Vertreter einer Partei tun, die für ihre rassistischen Ausfälle bekannt ist, und für einen Politiker ist die Wortwahl „Negermama“ natürlich absolut inakzeptabel!

    Deswegen belegt dieser Vorfall – der, für sich genommen, nicht rassistisch ist – dass Herr Dörfler sich tatsächlich aufrichtig nicht bewusst ist, dass er rassistisch denkt! Ihr kennt doch bestimmt Methusalix‘ Spruch. „Ich habe nichts gegen Fremde, so lange sie in der Fremde bleiben“? Seine Einstellung gegenüber dunkelhäutigen Menschen ist rassistisch, UND ER WEISS ES NICHT EINMAL.

    Das ist die Krux: Das BzÖ wird auch bei dieser Wahl wieder viel zu viele Stimmen bekommen, und veile davon von Menschen, die rassistisch sind, ohne es zu wissen. Sie würden niemals in einem Umfragebogen ankreuzen „Ich habe etwas gegen Neger!“ – wohl aber vielleicht „Dunkelhäutige Menschen sollten in südlicheren Ländern leben, und hellhäutige in nördlicheren wie in Österreich“.

    Übertriebene Political Correctness ist bei dem Versuch diese Menschen aufzulären aber kontraproduktiv. Jetzt werden Millionen Menschen diese Berichterstattung lesen, und viele davon werden sich denken: „Meine Güte, was für ein Aufstand wegen eines harmlosen Witzchens!“ (Und damit haben sie Recht.) „Diesen linken Typen ist aber auch wirklich jedes Mittel recht, um unseren Landeshauptmann ungerechtfertigt als Rassisten zu denunzieren!“ (Und damit haben sie Unrecht.)

    Wenn wir versuchen wollen, diesen Menschen zu erklären, warum ein harmloses Negerwitzchen rassistisch ist, dann wird uns das nicht gelingen, weil es das einfach nicht IST, genauso wenig, wie ein Ostfriesenwitz rassistisch ist. Mit solchen pauschalisierenden Rassismusvorwürfen begibt man sich auf das populistische Niveau des BzÖ. Nein, es ist nicht so einfach, den Menschen zu erklären, warum DIE POLITIK des BzÖ rassistisch ist, aber wenn man sich stattdessen die Sache mit solchen reflexartigen Reaktionen so einfach machen will, bekämpft man Feuer mit Feuer.

  2. Udo sagt:

    Du hast in allen Punkten Recht, besser könnte ich es auch nicht formulieren!

  3. lindwurm sagt:

    Tja, bei den Prognosen haben wir uns wohl alle schwer getäuscht😦

  4. Udo sagt:

    So ist es.😦

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