Hörspielreview: „Die Bilder der Ahnen“ (Gruselkabinett Nr. 23)

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Rolle – Sprecher
Ferdinand von Panner…Schmidt-Foss, Dennis
Gräfin Panner…Groß, Marianne
Graf Wartburg…Klebsch, Klaus-Dieter
Allwill von Wartburg…Werner, Daniel
Emilie von Wartburg…Hinze, Melanie
Felix von Wartburg…Werner, Albert
Philipp von Wartburg…Fritzsche, Aljoscha
Baron von Hainthal…Riedel, Lutz
Baronin von Hainthal…Sauer, Viola
Klotilde von Hainthal…Gawlich, Cathlen
Pfarrer…Herbst, Wilfried
Frau Pfarrer…Biener, Dagmar
Dietmar von Wartburg…Stevens, Bert
Tutilo…Ostermann, Heinz
Postillion…Schröder, Jochen
Juliane von Panner…Stadlober, Anja
Bertha von Hainthal…Bielenstein, Monica
Länge: ca. 76 Minuten
VÖ: 9.11.2007

Inhalt: Graf Ferdinand von Panner, der nach dem überraschendem Tod seiner SChwester und seines Vaters in das heimtaliche Schloss zurückgekehrt ist, soll – nach dem Willen seiner Mutter – in seiner Rolle als Familienoberhaupt endlich heiraten und seinem Adelsgeschlecht einen Stammhalter schenken. Ferdinand ist davon nicht wirklich begeistert. Schließlich fügt er sich aber seinem Schicksal und macht sich auf den Weg, um Klotilde von Hainthal für sich zu gewinnen. Unterwegs legt er eine Rast ein und gerät in die Gesellschaft rund um eine Pfarrersfrau und ihrer Freunde, die sich allwöchentlich zum „Gespenstertee“ treffen. Bei dieser Treffen muss jeder der Anwesenden eine Geistergeschichte zum Besten geben. Es beginnt eine hübsche junge Frau, die eine Geschichte über ein geheimnisvolles Ahnenportrait erzählt, das einer jungen Braut kurz vor ihrer Hochzeit zum Verhängnis wird. Ferdinand entschließt sich, eine von ihm selbst erlebte Geschichte als das Erlebnis eines Freundes zu tarnen und beginnt zu erzählen. In seiner Erzählung geht es um das Adelsgeschlecht von Wartburg, eine Familie, mit der Ferdinand schon seit Jahren gut befreundet ist. Eines Tages verbrachte er dort einige Tage mit Allwill von Wartburg, dem Erstgeborenen und zukünftigen Erben. Schon bald freundet er sich mit dessen Vater und mit Allwills beiden kleinen Brüdern an. Allwills Schwester Emilie beginnt romantische Gefühle für ihn zu entwickeln, was durchaus auf Gegenseitigkeit beruht. Was Ferdinand negativ auffällt, ist ein Portrait eines Ritters, der seltsamerweise nur den männlichen Mitgliedern der Familie von Wartburg unheimlich zu sein scheint. Allwill weiß zwar, dass es sich bei dem Ritter um Dietmar, dem Stammvater der von Wartburgs, handelt, aber sein Vater schweigt leider wie ein Grab, wenn es um EInzelheiten zu dem Ritter geht, der auf dem Gemälde einer „von Gott gerichteten“, armen Seele macht. Eines Nachts, als Allwills kleine Brüder mal wieder in Ferdinands Zimmer sind, sieht dieser etwas Unheimliches. Ein Geist des Ritters aus dem Portait verlässt den alten Turm, der ein Stück weit vom Schloss entfernt steht, schreitet die Lindenallee entlang und geht schließlich direkt an Ferdinand vorbei in dessen Zimmer zu den beiden Jungen und küsst sie auf die Stirn. Ferdinand erzählt dies verstört dem alten Grafen von Wartburg. Dieser dreht völlig durch und redet davon, dass ihm nun auch diese beiden Kinder genommen werden würden, da es sich bei dem Ritter um eine besondere Art von Todesengel handelt. Nachdem Ferdinand und Allwill wieder auf die Akademie zurückgekehrt sind, ereilt Allwill drei Tage später die traurige Nachricht vom Tod seiner Brüder.
Nachdem Ferdinand seine Geschichte beendet hat und die Gesellschaft sich langsam zerstreut, tritt ein Gast an ihn heran. Dieser gibt ihm zu verstehen, dass er wisse, dass es sich bei Ferdinands Erzählung um die volle Wahrheit handelt. Der Graf von Panner müsse sich allerdings unverzüglich nach Schloss Lilienfels aufbrechen, da erstens nun auch Allwill verstorben sei und zweitens das Schicksal derer von Wartburg aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen nun auch die Familie von Panner betreffen würde. Ferdinand, der sein Inkognito noch nicht sofort aufgeben will, verspricht alles nötige zu tun. Am nächsten Tag macht er sich sofort auf den Weg nach Schloss Lilienfels, welches dem Baron von Hainthal, seiner Frau und deren Tochter Klotilde gehört. Für Ferdinand gibt es viele Fragen zu klären: Was hat es mit der mysteriösen Geistererscheinung auf Schloss Wartburg auf sich, die nur an den Betten der männlichen Familienmitglieder erscheint? Wie sind die Schicksale seiner und der Familie von Emilie miteinander verbunden? Und werden die uralten Aufzeichnungen des Mönches Tutilo etwas zur Klärung der Lage beitragen können? Etc…

Kommentar: Ich habe mich diesmal bemüht, so wenig wie möglich zu spoilern und euch dennoch genug Appetit auf dieses Hörspiel zu machen, denn was soll ich sagen: Nach dem Reinfall mit Dan Shockers „Verschollen im Spukhaus“ konnte das nächste Hörspiel eigentlich nur besser sein. Dass es aber gleich dermaßen grandios sein würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. „Die Bilder der Ahnen“ ist eine atmosphärische Gruselgeschichte, die bislang in dieser eh schon tollen Hörspielreihe nur von „Das verfluchte Haus“ und evtl. dem „Freischütz“ getoppt wird (wird demnächst hier besprochen). Es ist wahrhaft faszinierend wie hier anfangs scheinbar zusammenhanglose Erzählstränge auf kongeiale Weise miteinander verbunden werden (das beste Beispiel hierfür ist die erste Geistergeschichte beim Gespenstertee. Da glaubt man anfangs, dass die einfach nur für ein wenig Stimmung sorgen soll und dann erfährt man 20 Minuten später, dass….ne, hört es euch selber an, ich will euch nicht die Spannung nehmen ;)). So hockt man als Hörer gespannt vor dem Radio und wartet auf die nächste überraschende Wendung. Einfach genial!
Die Sprecher leisten – wie imer bei dieser Reihe – gute Arbeit. Ich persönlich sehe vor meinem geistigen Auge (wie auch „Poes_Rabe“) bei der Synchronstimme von Hugh Laurie immer automatisch Dr. House vor mir, wenn der alte Graf von Wartburg etwas sagt, aber das hält sich hier in Grenzen. Eigentlich kann hier niemanden wirklich hervorheben, da alle SprecherInnen auf einem sehr hohen Niveau agieren.
Ebenfalls typisch für diese Gruselkabinett-Reihe sind die atmosphärischen Umgebungsgeräusche, die allesamt sehr stimmig sind. Das geht vom Rattern der Kutschenräder bis hin zu den geheimnisvollen Schritten des Geistes auf dem Korridor des Schlosses. Noch eine kleine Anmerkung an die Produzenten von „Verschollen im Spukhaus“: SO wird mit subtiler Geräuschkulisse eine unheimliche Atmosphäre erzeugt! So und nicht anders!

Fazit: Dieses Hörspiel muss ich jedem Fan von Hörspielen im Allgemeinen und Geistergeschichten im Speziellen ans Herz legen. Mit „Die Bilder der Ahnen“ kann man gar nichts falsch machen.

4,5 von 5 Punkten.

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