Hörspielreview: „Krieg im All“

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Rolle – Sprecher:

Erzähler…Buchholz, Peter
Commander…Mey, Christian
Duchess Daughtal…Kollecker, Brigitte
Roboter Gamma-qu…Brandt, Volker
Starduster Gordon…Trixner, Heinz
Duke…Martienzen, Gerd
Dauer: ca. 35 Minuten
Regie: Heikedine Körting
Musik: Bert Brac

Inhalt: Dark der Tyrann ist der mächtige Kommandant des Orion-Spiralarms der Galaxis (!). Er hat einen Plan entwickelt, um die letzten freien Menschen endgültig zu vernichten. Daher lässt er die wichtigste Geisel des Imperiums , Duchess Daughtal, entkommen. Diese ist natürlich blöd genug, sich direkt auf den Weg zum Hauptquartier der Rebellen auf Vadigan zu machen, allerdings bemerkt sie recht bald, dass Dark ihr „unauffällig“ mit der RAD, dem mächtigsten Raumschiff der Galaxis, folgt. So macht sie sich mit den beiden Robotern C3Po, ähem, Verzeihung, ich meine Gamma-qu und einer R2D2-Kopie deren Namen ich vergessen habe, sowie einem Verbündeten namens Gordon Starduster (diese Dreistigkeit macht mich echt sprachlos) auf nach Vadigan, denn sie hat einen eigenen Plan, mit dem sie gemeinsam mit den Rebellen die Galaxie von Dark befreien will….

Kommentar: Ach du heilige Scheiße. Was Europa da auf die Menschheit losgelassen hat, ist eine bodenlose Frechheit jedem SciFi-Fan im Allgemeinen, und im speziellen den Star Wars-Fans gegenüber. Am Anfang muss ich gleich gestehen, dass ich nicht wirklich ein Fan von Lucas Opus Magnum bin, aber diese Vergewaltigung hat Krieg der Sterne nun wirklich nicht verdient. „Krieg im All“ wirkt so, als hätte man alles Positive aus den Filmen subtrahiert und aus den übrig gebliebenen Plotholes versucht, ein Hörspiel zu machen. Die Charaktere sind mit den Attributen „Beschissen“ und „hohle Kopien“ noch äußerst wohlwollend umschrieben. Duchess Daughtal ist quasi Luke und Leia in Personalunion, Gordon Starduster (jedesmal wenn ich den Namen tippe kippe ich hier fast vom Stuhl) stellt einen Han Solo für Arme dar und Gamma-qu ist die unlustige Variante von C3PO und zu guter letzt ist die Führung der Rebellen die Deppenversion des Jedirates. Die Sprecher erledigen ihren Job auch so, als ob sie alle wissen würden, was für einen Schmafu sie hier von sich geben und lassen konsequent die Overactingsau raushängen, was aber immerhin zu einigen Lachern führt. Ein Wort zu Volker Brandt: Wenn es den Satz „Er war jung und brauchte das Geld“ noch nicht geben würden, dann müsste man ihn dafür glatt erfinden, denn hier tut er mir fast schon leid.
Das Drehbuch müssen sich drei betrunkene Schimpansen in einer wodkageschwängerten Nacht ausgedacht haben, bestes Beispiel dafür ist das Ende. Da erzählt die Duchess zuerst ganz groß davon, dass sie einen ach so tollen Plan zur Rettung der Menschheit habe und was passiert dann? Wir hören, dass die Bösen kommen (übrigens wäre es nett gewesen, aus dem Hauptbösewicht ne Sprechrolle zu machen, denn das angedachte Szenario mit der allgegenwärtigen Bedrohung im Hintergrund funktioniert GAR NICHT), die Raumschiffe der Rebellen starten, irgendwas explodiert und plötzlich rufen alle „Juhu, wir haben es geschafft!“ und das Hörspiel ist aus. HALLO, GEHTS NOCH???
Musik und Geräuschkulisse wurden – wenn man das Alter des Hörspiels beachtet (es ist irgendwann Ende der 70er Jahre entstanden) – ganz okay umgesetzt, aber selbst da hab ich (aus dieser Zeit) besseres gehört. Das beste an dem Hörspiel ist, dass die CD-Neuveröffentlichung in einem schicken Vinyl-LP-Look daherkommt. Das wars dann aber auch schon.

Fazit: Ich hoffe, ich konnte hier jemanden davon abhalten, dieses Hörspiel ebenfalls durchleiden zu müssen (nur Poes_Rabe muss es sich zwangsweise ausleihen, hehe). Finger weg!!

0 von 5 Punkten gibt es hier nur deswegen, weil ich mir geschworen habe, mit einem so lächerlichen Firlefanz wie Minuspunkten gar nicht erst anzufangen.

Ein Kommentar Add yours

  1. Poes_Rabe sagt:

    „Krieg der Sterne“ hat jede nur erdenkliche Vergewaltigung verdient. Hm.

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