Review zu Watchmen

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Eine Review von mir zu Watchmen ist auf badmovies.de zu lesen. Viel Spaß!

2 Kommentare Add yours

  1. Ich bin da nicht Deiner Meinung. Ich stimme Dir zu, dass der Film zu Beginn am stärksten ist, und dass er Probleme mit der Rückblendenstruktur hat, und ich mag die Änderungen, die am Schluss vorgenommen wurden, auch nicht. (Allerdings bin ich sicher, dass Du Dich irrst, wenn Du behauptest, im Buch habe Dreiberg Rorschachs Tagebuch nach dessen Tod beim New Frontiersman abgegeben – das war auch dort Rorschach selbst!)

    Die von Dir beanstandete Formulierung von Lauries Mutter findet sich meines Wissens nach nicht in den Comics. Ich teile Deine Kritik an ihr trotzdem nicht, da es Menschen gibt, die eben so denken, und das muss der Film auch darstellen dürfen, ohne dass ihm gleich eine Aussage unterstellt wird. Tatsächlich wird Sallys Position im Comic noch ein wenig differenzierter dargestellt: Sie ist eine dieser Frauen, die von männlicher Brutalität gleichzeitig abgestoßen und doch fasziniert sind. Die Sally im Comic hat Blake wirklich geliebt (und dafür immer mal wieder ein schlechtes Gewissen), weil er ihr tatsächlich das gegeben hat, was sie brauchte (und zwar nicht die Vergewaltigung an sich, aber eben einen Mann, der – in jeder Hinischt – stärker war als sie). Das Phänomen, dass viele Frauen von Männern nicht loskommen, die sie misshandeln, ist natürlich politisch heikel, und deswegen hat der Film vermutlich davor zurückgeschreckt und Sallys Liebe zum Comedian in eine Liebe zu ihrer Tochter uminterpretiert, die im Comic bei Weitem nicht so groß zu sein scheint – tatsächlich sieht Sally dort in Laura hauptsächlich eine jüngere Ausgabe ihrer selbst, die sie zu ihrem Ebenbild formt (ob sie das will oder nicht).

    Ich mag die Uminterpretation des Schlusses aus mehreren Gründen auch nicht, aber die Aussagen, die Du hinein interpretierst („Propagandafilm mit moralisch fragwürdiger Aussage“) sehe ich absolut nicht. Tatsächlich hat mich die Darstellung von Veidt sogar gestört, der im Film zu eindeutig vom Größenwahn besessen war und seine Pläne viel weniger hinterfragt hat als im Buch. (Gerade der Wegfall der begleitenden Piraten-Geschichte trägt dazu bei.) Der Veidt im Buch war schlicht deutlich sympathischer, während der Veidt im Film eindeutig ein mental instabiler Schurke war. Im Buch bleibt die Frage „Hat Veidt das Richtige getan?“ offen. Im Film hingegen sehe ich, ganz im Gegensatz zu Dir, dass sie tendenziell mit „Nein, niemand hat das Recht, solche Entscheidungen zu treffen und auf diese Weise Gott zu spielen“ beantwortet wird. (Der geänderte Schluss, mit dem noch einmal allegorisch unterstrichen wird, dass letztlich der „Supermann“ Dr. Manhattan die größte Bedrohung der Menschheit ist, zielt auch in diese Richtung.)

    Meine Kritik an den Watchmen ist daher eher, dass er an einigen Stellen an den ambivalenten und provozierenden Thesen, die das Buch aufgestellt hat, politisch korrekte Kompromisse gemacht hat. Einen Propagandafilm sehe ich hingegen wirklich nicht. Im Gegenteil wurde die stark antikonservative Grundstimmung der Comics (die ich sehr schätze) hier durch die unsympathische Überzeichnung Veidts in einer Weise ausbalanciert, die der Vorlage nicht gerecht wird. Insgesamt halte ich die Watchmen aber immer noch für einen hervorragenden Film, zu dem ich auf meinem Blog bald auch noch einiges schreiben werde.

  2. Udo sagt:

    Schon interessant, wie man denselben Film so unterschiedlich interpretieren kann, findest du nicht?😉

    Meinne inhaltlichen Fehler betreffend hab ich das Review noch einmal upgedated.

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