Buchkritik: „Sleazoid Express: A Mind-twisting Tour Through the Grindhouse Cinema of Times Square (von Bill Landis & Michelle Clifford)


Inhalt: Diese Buch nimmt seine LeserInnen mit auf eine besondere Zeitreise zurück in die 60er bis zu den 80er Jahren. Damals sah der Times Square noch völlig anders aus als heute. Bevor man diesen Platz mit Familienrestaurants und Konsumteplen zubetonierte, war er vor allem für eines bekannt: Dass man in den dortigen Kinos so ziemlich jeden Grindhouse-Film sehen konnte, der gerade aktuell war. Bill Landis war von diesen FIlmen und den Kinos schon immer begeistert und so brachte er damals das Magazin „Sleazoid Express“ heraus, ein Magazin, welches sich ausschließlich mit diesen Filmen befasste. Im Jahr 2002 entschloss er sich dann, gemeinsam mit Michelle Clifford dazu, ein Buch über dieses Thema zu schreiben.

Nun, Filmbücher gibt es ja wie Sand am Meer. Warum ist dann gerade dieses empfehlenswert? Das liegt vor allem daran, dass es sich hier um kein reines Filmbuch handelt. Hier werden nicht nur Filmtitel chronologisch aufgezählt und mit kurzen Inhaltsangaben und Kommentaren versehen. Landis und Clifford gelingt es sehr eindringlich, den LeserInnen sehr eindringlich die damalige an diesem Ort herrschende Atmosphäre näherbringen. Man sieht den Times Square der 70er Jahre regelrecht vor dem eigenen geistigen Auge entstehen. Es werden nicht nur die übrigen Geschichten erzählt, nein, Landis berichtet auch sehr freimütig von den Menschen, die er dort getroffen hatte. Man kann sich beim Lesen bildich vorstellen, wie Clifford und (vor allem) Landis mit einem Bier in der Hand in einem von Motten zerfressenen Kinosaal sitzen und rings um sie herum Menschen sind, bei deren Anblick jeder Durschnittsbürger sofort die Straßenseite wechseln würde. Und wisst ihr was? Man merkt ihnen einfach an, wie sehr sie jede MInute davon genossen haben, weshalb der FUnke sofort auf den Leser überspringt und man vom ersten Wort an bestens versteht, warum diese Orte einzigartig waren.

Dieses Buch ist aus mehreren Gründen für die Fans von Exploitationfilmen ein absoluter Pflichtkauf: Erstens ist es vollgestopft mit Informationen, von denen selbst ausgewiesene Experten nicht alles wissen dürften. Zweitens sind die Filmbesprechungen sehr interessant und kompetent geschrieben. Und drittens wird einem Lesen das Gefühl einer unbeschreiblichen Zeitreise vermittelt, die einem von der ersten Zeile an gefangen nimmt. Eine Übersetzung gibt es zwar nicht, aber das Buch ist auch auf englisch sehr gut zu lesen (außerdem ist Original eh immer besser als eine Übersetzung).

 

5 von 5 Punkten.

 

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