In 20 Minuten abgeblitzt…

am

…ist Stefan Petzner mit seiner Klage gegen den Autor David Schalko und im speziellen gegen dessen Roman „Weiße Nacht“. Er habe sich durch dieses Buch in seinem höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt gefühlt, sagte Petzner, da er sich in einer der Hauptfiguren wiedererkannt hat:

„Die „Weiße Nacht“ zeichnet das fiktive Liebesepos zweier Lebensmenschen nach, wobei sich Petzner, der das Buch „selbstverständlich gelesen hat“, wie er auf APA-Anfrage erklärte, offenbar in einem Hauptdarsteller wiedererkannt hat. Die entsprechende Romanfigur trägt am linken Unterbauch eine Delfin-Tätowierung, liebt das Wort „Flocke“ und schätzt die Farbe Türkis sehr.“

Ich finde diese Klage wirklich bemerkenswert. Erstens würde es mich interessieren, wie inkompetent Petzners Anwalt sein muss, dass er ihm nicht gleich gesagt hat, dass eine Klage die ja quasi gegen die künstlerische Freiheit geführt wird, ohnehin keine reelle Chance hat und zweitens ist es doch immer wieder aufs Neue verabscheuungswürdig, wie wehleidig gerade die Leute aus dem braunen FPK/FPÖ/FIK/BZÖ/habmichgern Sumpf reagieren (die ja mit ihren GegenspielerInnen oft genug beleidigned umgehen) , wenn sie mal nicht diejenigen sind, die austeilen dürfen, sondern zu denen gehören, die einstecken müssen. Wenn ich nur daran denke, wie viele Kulturschaffende von diesen Leuten schon auf das Übelste beschimpft und verunglimpft worden sind, dann brauchen diese sich wirklich nicht wundern, wenn sie in diesen Kreisen nicht allzu beliebt sind, ganz zu schweigen davon, dass diesen braunen [finde keinen jugendfreien Ausdruck] kritisch denkende Menschen ohnehin suspekt sind, weil diese sehr viel unbequemer sind, als die hirnlosen Apparatschiks, die sie sich wünschen.

Ich habe Schalkos Buch nicht gelesen (werde ich aber wohl noch), möchte aber dazu sagen, dass es sowas wie Satire doch schon etwas länger gibt. Und Satire muss bissig sein, sonst verfehlt sie ihre Wirkung. Wenn Stefan Petzner das nicht versteht, dann hätte er sich niemals in die Öffentlichkeit und in die Politik trauen sollen. Schließlich kann es jeder Berühmtheit einmal passieren, dass sie aufs Korn genommen wird. Selbst wenn sie nur dafür bekannt ist, Nebenwitwe zu sein.

4 Kommentare Add yours

  1. Michael sagt:

    Ein Anwalt, der seine Klienten in aussichtslose Klagen schickt ist nicht unfähig, sondern geschäftstüchtig.

    1. Udo sagt:

      Naja, aber sich mit Anlauf so lächerlich zu machen ist schon grenzwertig.

  2. zeitung sagt:

    20 Minuten ist nur für eine schwachsinnige Leserschaft geeignet!!!

    1. Udo sagt:

      @zeitung: Wie ist das so, wenn man etwas sagen will und den Artikel offenbar nicht ganz kapiert hat?

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