Unwort des Jahres: „Weiß wählen“


Immer mehr ÖVP-Granden kündigen an, bei der österreichischen Bundespräsidentenwahlen weiß (also ungültig) zu wählen. Außerdem werden sie nicht müde zu betonen, dass ihnen kein Kandidat bzw keine Kandidatin gefällt. Schauen wir uns doch erstmal – zur Erinnerung – die einzelnen Kandidaten an:

Rudolf Gehring, CPÖ: Ein Mann, der sich laut seiner Aussage nicht in die Politik einmischen und Religion und Staat getrennt halt will und dann keinen Widerspruch darin findet, seinen Wahlkampfauftakt bei einem Gottesdiesnt zu begehen, die Homoehe mitsamt der Fristenlösung für Abtreibungen beseitigen und (last but not least) die Verfassung so ändern will, dass ein Bundespräsident in Zukunft im Alleingang ganze Gesetze kippen kann (dass wir damit schnurstracks in Richtung Diktatur marschieren würden, ist ihm wohl nicht unrecht auf dem Weg zum christlichen Gottesstaat).

Magda Goeb……ähem….Eva Br…..quatsch, wieder falsch…..Barbara Rosenkranz, FPÖ: Eine Frau, die es – trotz öffentlicher Distanzierung – bis heute nicht schafft, zu sagen, dass es den Holocaust tatsächlich gegeben hat. Noch Fragen?

Heinz Fischer, SPÖ & Amtsinhaber – Der so ziemlich einzige Kandidat, der frü Demokratie und Rechtsstaat steht.

Und jetzt kommen die Sozifresser von der ÖVP und sagen, alle drei wären unwählbar und sie empfehlen ihren WählerInnen, ungültig zu wählen. Im Prinzip sagen sie also, dass alle ÖVP-WählerInnen sich aus ihrer Verantwortung stehlen und den beiden Extremisten, die sonst noch zur Wahl stehen, kampflos das Feld überlassen sollen, genauso wie sie es selbst getan haben, als sie keinen Gegenkandidaten zu Heinz Fischer aufgestellt haben (was ich immer noch für einen Akt der Feigheit halte). Und das alles nur, weil sie es sich mit der FPÖ nicht verscherzen wollen, schließlich kann man mit den Kellernazis ja immer noch koalieren nach der nächsten Wahl. 

Mein Unwort des Jahres 2010 steht jedenfalls schon jetzt fest: „Weiß wählen“

2 Kommentare Add yours

  1. lindwurm sagt:

    Bei der ÖVP, die der antisemitischen Fidesz „herzliche Glückwünsche“ zum Wahlerfolg schickt, wundert mich gar nix mehr…

    1. Udo sagt:

      DAs haben die nicht wirklich getan,oder?

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