Soll der Religionsunterricht bleiben?


Aufgrund einer interessanten Facebook-Diskussion starte ich hier mal eine Umfrage:

Um rege Beteiligung (sowohl bei der Abstimmung als auch hier in der Kommentarsektion) wird gebeten (kann etwaige Kommentare aber erst ab heute Abend freischalten, da ich in der Arbeit bin. Kann also etwas dauern, sorry!) wird gebeten.

8 Kommentare Add yours

  1. sanctum429 sagt:

    Ich denke, dass der Religionsunterricht an deutschen Schulen oftmals verschrien ist als „Laberfach“. Jedoch denke ich, dass es wenige andere Fächer gibt, in denen generelle Fragen über das Leben als solches oder Vorbereitungen auf bestimmte Situationen diskutiert und ausgearbeitet werden können, wenn es schon ein Diskussionsfach im allgemeinen Sinne sein kann.
    Was richtigen Unterricht angeht, so denke ich ist dieses Fach unverzichtbar, wenn man alleine den Aspekt der Aufklärung in Betracht zieht. Die Akzeptanz gegenüber den „anderen“ Religionen und Kulturen in einem multikulturellen Land ist noch zu gering, als dass man die Diskussionsfläche jetzt schon sperren sollte.

    SH

    1. Udo sagt:

      „Die Akzeptanz gegenüber den „anderen“ Religionen und Kulturen in einem multikulturellen Land ist noch zu gering, als dass man die Diskussionsfläche jetzt schon sperren sollte.“

      Zustimmung. Allerdings könnte dies ein Problem werden, wenn die Lehrkraft ihre eigene Religion als die bessere präsentieren will (was aber ohnehin verpönt ist).

  2. Ulrich sagt:

    Ich habe mit ja gestimmt, weil ich es besser finde, dass Religion in einer (staatlichen) Schule unterrichtet wird als in einer Sonntagsschule oder Koranschule. Der Lehrplan kann ja dann so angepasst werden, wie eben dieser gewünscht ist.

    1. Udo sagt:

      Stimmt, so hab ich das noch gar nicht gesehen.

  3. Gregor sagt:

    Das Thema hatten wir ja schon mal. Was ich ablehne, ist ein staatlich organisierter konstitutionell geprägter Religionsunterricht (der kann von mir aus in Sonntags- oder Koranschulen bleiben). Lieber ist mir da ein Ethikunterricht, der zwar Religion zum Thema hat, aber eher auf Philosophie ausgerichtet ist.
    Ich selbst hab zwei Arten von Religionsunterricht kennen gelernt:
    In der Grundschule wurde der vom örtlichen Pfarrer gegeben und diente als „christliches Training“ (inklusive Vorbereitung auf Erstkommunion oder Firmung). Immerhin, der wurde von der Kirchgemeinde organisiert und finanziert (also nicht „staatlich“), war aber fest in das schulische Umfeld eingebunden. Hat für mich den Beigeschmack von Indoktrination.
    An der Mittelstufe war der Religionsunterricht ein normales Schulfach. Das christliche stand wieder im Vordergrund, aber immerhin wurden auch andere Religionen durchgenommen und war das Ganze viel weniger „indokrinatorisch“ geprägt. Trotzdem: Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Ethik oder „Fragen über das Leben“ gab es da nicht, da war der Philosophie-Unterricht viel, viel wertvoller.

    1. Udo sagt:

      Mittlerweile ist es auch so, dass die zweite Variante mehrheitlich verwendet wird (abgesehen von der Grundschule, wo das Durchnehmen von sämtlichen Weltreligioen wohl zu schwierig für die Kinder wäre).

  4. sanctum429 sagt:

    Guten Morgen Udo und auch an die Mitposter.

    Tatsächlich muss ich sagen, dass mich dieses Thema – wie so oft – momentan durch diverse aktuelle Ereignisse verfolgt und ich daher mal wieder den Wunsch verspüre etwas auszuholen.

    Ich selbst bin in meinem Leben durch diverse christliche Anstalten gekommen. Katholischer Kindergarten, katholische Grundschule, Ausbildung in einem an ein Kloster angeschlossenen Betrieb…
    Und klar hab ich mir über die Jahre hinweg selbst ein Bild von allem machen können.

    Im Multikulti-Ruhrpott aufgewachsen, habe ich des Öfteren schon versucht, mich mit Buddhisten, Islamisten, Juden, etc. auseinanderzusetzen, um wenigstens mal ansatzweise einen minimalen Eindruck von der Glaubensrichtung zu erhalten, da ich mein „Vorwissen“zu erweitern versuche und mein Unwissen durch den „Aha-Effekt“ ersetzen möchte.

    Ich stieß entweder auf Personen, die meine recht sachlichen Fragen ignorierten oder abblockten, oder aber auf einen Versuch des Missionierens. Würde meine Freundin nicht Religionswissenschaften studieren, so würde ich wahrscheinlich auch noch die durch Unwissen hervorgerufene Angst-Aggression gegenüber anderen Glaubensrichtungen ausleben können und mich damit noch im Recht sehen, wie so viele andere.

    Doch worauf möchte ich hinaus?! Wenn der Religionsunterricht – der meines Erachtens auch als solcher wieder verstanden und vor allem ernst genommen werden sollte – abgeschafft würde, so wären wir in zwei Generationen soweit, dass ganze Kulturpunkte vollständig zerfallen. Klingt jetzt vielleicht undenkbar oder lustig. Wenn ich aber auch mit einem leichten Lächeln hier sitze und darüber schreibe nach dem Motto „Ist ja eh erst irgendwann.“, so bitte ich jetzt mal zurückzublicken auf die letzten Jahrzehnte.

    Der Umgang miteinaner wird ohnehin schon aggressiver, die Jugendlichen sprechen schon mit „Subjekt, Prädikat, Beleidigung, Alda“ und fast alle althergebrachten und bewährten Werte wurden ersetzt mit Geld und Materialismus. Zwar mag ich mich jetzt als Quotengrufti mit 29 Jahren anhören wie ein manisch depressiver 72 jähriger, aber das System in dem Leute heute ihr Leben „verleben“, wird nicht nur zunehmend aggressiver und dümmer. Nein, es wird sogar akzeptiert und gerne gelebt. Beziehungen die Probleme beinahlten werden nicht mehr repariert, sie werden ersetzt, da sich niemand mehr in der Lage fühlt das in den Griff zu kriegen, oder das mit zu viel Arbeit in Verbindung steht.

    Wenn den Kindern heute in der Schule also nicht schon mittels des Religionsunterrichtes und von mir aus auch Philosophie noch Werte vermittelt werden, was dann? Religionen – egal welche – haben immer etwas zutun mit Idealen, Träumen und auch mit langen Kämpfen für genau diese Punkte. Gerade in einem Land, welches jedem die Religionsfreiheit bietet will man diese dann noch ganz verbannen? Über kurz oder lang hat dieses Land dann nichts mehr außer Steuern und Kürzungen zu bieten.
    Fällt der Glaube, fällt die Hoffnung, fällt das System und damit auch die Zukunft.

    Religion – so wurde mir das als Kind vermittelt – ist eine Lehre, bei der man sich selbst ein Bild von etwas machen MUSS.

    Danke für die Aufmerksamkeit!

    SH

    1. nurdurchzufallda sagt:

      was für ein roman, sanctum429 xD

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